WO WIR LEBEN

Die Franziskaner in Düsseldorf erfinden sich neu

Die an der stark befahrenen Kreuzung gelegene Klosterkirche mit Glockenturm.
Wo heute noch das Kloster steht soll schon bald ein modernes Hochhaus entstehen (Bildmitte). Die Silhouette der Kirche im Hintergrund ist die Marienkirche, der neue Standort der Franziskaner. (Bild (c) Planungsskizze ISR)

„Es bleibt alles anders“ - mit diesen verdreht klingenden Worten aus einem Lied von Herbert Grönemeyer lässt sich die aktuelle Situation der Franziskaner in Düsseldorf treffend beschreiben. Es bleibt wie es war und doch wird alles anders, und das gleichzeitig! Denn die Franziskaner haben ihr Grundstück an der Immermannstraße samt marodem Kloster und baufälliger Kirche an einen Investor verkauft, der dort ein modernes Wohnhaus errichten wird. Aber gleichzeitig geht die Arbeit und das Engagement der Brüder weiter als wäre nichts geschehen.

1853 haben die Franziskaner in Düsseldorf ein Kloster gegründet und sind seither eine verlässliche Größe in der Seelsorge der Rheinmetropole. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Klostergebäude und die Kirche zerstört und wurde in den 1950er Jahren modern wieder aufgebaut. Von 1929 bis 2010 war dort das Provinzialat der Kölnischen Provinz untergebracht.

2014 entschlossen sich die Franziskaner das mittlerweile baufällige Kloster nicht umfassend zu sanieren, sondern zusammen mit der Diözese Köln einen neuen Weg einzuschlagen: Von einem großen Kloster zu einer kleinen fraternitären Gemeinschaft in der Gemeinde.

Quasi direkt um die Ecke und 137 Meter die Straße entlang. Rund um die Marienkirche entsteht der neue Standort der Franziskaner
Der neue Standort der Franziskaner (Klick zum Vergößern)

Die Franziskaner haben ihren alten Standort verlassen, aber direkt um die Ecke, nur 137 Meter weiter in der Kirche „St. Mariä Empfängnis“ (von den Düsseldorfern liebevoll Marienkirche genannt), haben sie eine neue Wirkungsstätte übernommen. Dort führen sie ihre Aufgaben fort: Beicht- und Gesprächsseelsorge, City-Pastoral, Katholische Glaubensinformation "Fides" und die Obdachlosenarbeit „FirminusKlause“.

Im Moment leben die Brüder in einer fordernden Übergangszeit, denn das neue Pfarrzentrum an der Marienkirche, in dem ab 2018 dann die City-Pastoral, die FirminusKlause und der Konvent der Franziskaner eine neue Heimat finden sollen, wird erst noch errichtet werden. Auch ist die Marienkirche im Moment noch an manchen Ecken eine Baustelle. Die fünf Franziskaner leben derzeit nicht in einem gemeinsamen Konvent (Klostergemeinschaft), sondern auf drei Wohnungen im Stadtgebiet verteilt.

Die alte Franziskanerkirche wurde bereits profaniert. Dabei wird die Kirche natürlich nicht einfach abgerissen, sondern „filetiert“. Die besten Stücke werden erhalten und weiterverwendet: Die Glocken kamen nach Tokio (Japan). Die Kirchenbänke hat die koptische Gemeinde dankbar abgeholt. Die Orgel wurde zerteilt und für die Erweiterung und Reparatur von Orgeln in drei verschiedene Gemeinden im Umkreis genutzt. Der Kreuzweg hängt nun in der  Bunkerkirche in Düsseldorf Heerdt, und das große Altarkreuz kommt nach Lörick. Außerdem wurden drei große Magnolienbäume aus dem Klostergarten mit über 7 Meter Höhe und je 5 Tonnen Gewicht in den Volksgarten Düsseldorf verpflanzt. Mehrere Obstbäume fanden neuen Boden auf einer Streuobstwiese in Kaiserwerth. Über die großen Tische des Klosters hat sich der Kindergarten der Gemeinde gefreut und die Kirchenfenster sind eingemottet und warten auf ihre weitere Verwendung als Verglasung der neuen FirminusKlause, die 2018 eröffnet werden soll.

Auch der im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Br. Firminus Wickenhäuser, dessen Gebeine seit Jahrzehnten in der Krypta der alten Klosterkirche ruhten, wurde bereits in einer feierlichen Prozession in die Marienkirche übertragen.
Derzeit sind die Franziskaner in Verhandlungen für einen Interimsstandorte für die FirminusKlause, da im Sommer 2015 die alten Räume der Obdachlosenküche endgültig abgegeben werden müssen.

Auch wenn es bei den Franziskanern in Düsseldorf noch einige Zeit provisorisch zugehen wird, die Arbeit geht doch unvermindert weiter. Der Schwermut um den Verlust des alten Klosters ist inzwischen der Freude an den neuen Gestaltungsmöglichkeiten gewichen. Es wird anders werden, aber es bleibt alles gut!

Die Franziskaner in Düsseldorf

Die Brüder in Düsseldorf: Antonius, Natanael, Athanasius, Augustinus und Rafael
Die Brüder in Düsseldorf: Antonius, Natanael, Athanasius, Augustinus und Rafael
  • Br. Antonius Schütze leitet die FirminusKlause (Obdachlosenhilfe)
  • Br. Athanasius Spieß, Seelsorger in der Glaubensberatung, Guardian und Bauleiter
  • Br. Augustinus Wehrmeier kümmert sich um die Beichtseelsorge in der Marienkirche
  • Br. Natanael Ruf ist Pfarrvikar an der Marienkirche
  • Br. Rafael Dermund arbeitet in der City-Pastoral, als Leiter der Fides Glaubensberatung und als Pfarrvikar in St. Maximilian in der Altstadt

  • Br. Robert Jauch ist Pfarrvikar in St. Margareta in Düsseldorf-Gerresheim (dem Haus zugeschrieben)
  • Br. Ludger Thier ist Krankenhausseelsorger in Xanten (dem Haus zugeschrieben)

Ansicht der Marienkirche

Das Mittelschiff
Die neue Grablege von Bruder Firminus

Kontakt

Franziskaner in Düsseldorf

Immermannstraße 20
40210 Düsseldorf

Telefon 0211 / 906 900

Dienstag - Freitag
von 15:00 bis 18:00 Uhr

e-Mail Adresse
duesseldorf@franziskaner.de

In der Marienkirche

Marienkirche
(St. Mariä Empfängnis)
Oststraße 42
40211 Düsseldorf

Beicht- und Gesprächsgelegenheit
Morgens: Montag, Mittwoch,
Freitag und Samstag
von 10:00 bis 12:00 Uhr

Mittags: Montag bis Freitag
von 16:00 bis 18:00 Uhr

Gottesdienste

Sonntag
10:15 Uhr Hl. Messe
12:00 Uhr Hl. Messe

Montag
6:45 Uhr Hl. Messe

Dienstag
6:45 Uhr Hl. Messe

Mittwoch
6:45 Uhr Hl. Messe
15:00 Uhr Rosenkranzgebet
15:30 Uhr Hl. Messe

Donnerstag
6:45 Uhr Hl. Messe

Freitag
6:45 Uhr Hl. Messe
15:00 Uhr Anbetung
15:30 Uhr Hl. Messe

Samstag   
6:45 Uhr Hl. Messe
16:25 Uhr Rosenkranzgebet
17:00 Uhr Vorabendmesse

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