
Geboren bin ich 1960 im sauerländischen Attendorn. Franziskaner waren seit Generationen in meinem Heimatdorf Windhausen bekannt und beliebt. Während meiner Kindheit und Jugend arbeitete mein Mitbruder, P. Wolfgang, als Pfarrer in unserem Dorf. Das kirchliche Leben in diesen Jahren prägte mich und war sehr lebendig. Ich engagierte mich in der Messdiener- und Jugendarbeit und vielen anderen Bereichen der Gemeinde. Die Mitbrüder im Attendorner Kloster faszinierten mich durch ihre Art und Weise des gemeinschaftlichen Lebens und Betens.
glaubwürdig und begeisternd
Als ich 18 Jahre alt war, veranstaltete unser Pfarrer mit einer Gruppe Jugendlicher eine Fahrt nach Rom und Assisi. Während dieser Reise erfuhr ich mehr über den Hl. Franziskus. Das glaubwürdige Leben der Franziskaner und die Begeisterung für Franziskus weckten in mir den Wunsch, nach dem Abitur selber Franziskaner zu werden. So ging ich 1980 ins Postulat. Das Noviziat verbrachte ich in meinem „Heimatkloster“ Attendorn. Danach ging es weiter zum Studium nach Münster und Tübingen. 1987 legte ich meine Ewigen Gelübde ab und wurde 1988 zum Priester geweiht.
Meine ersten Aufgaben als Priester übernahm ich in Paderborn. Gemeinsam mit drei Mitbrüdern arbeitete ich dort als Krankenhausseelsorger. Gleichzeitig übernahm ich Aufgaben in der Berufungspastoral. Hierbei knüpfte ich Kontakte mit vielen jungen Männern, die Interesse an unserer Lebensform zeigten. Während dieser Zeit absolvierte ich beim Institut der Orden eine Ausbildung zum Exerzitien- und Meditationsleiter. Seit meinem Abschluss 1995 leite ich immer wieder Exerzitienkurse – vornehmlich in Schwesterngemeinschaften. Nach sieben Jahren in Paderborn ging ich 1995 nach Wiedenbrück, um dort mit fünf Mitbrüdern in einem seit 1644 bestehendem Kloster neues Leben zu formen.
Verantwortungsvolle Jugendarbeit und Ordensausbildung
Wiedenbrück wurde das Haus der Berufungspastoral und viele junge Männer kamen, um hier mit uns zu leben und ihre persönliche Berufung zu prüfen. In diesen Jahren machte sich das Franziskushaus als Jugendgästehaus am Franziskanerkloster einen Namen. Neben der Jugendarbeit war uns Brüdern auch die traditionelle Seelsorge ein großes Anliegen.
2001 berief mich unser Provinzial schließlich als Vertreter der Sächsischen Franziskanerprovinz ins gemeinsame deutsche Noviziatshaus nach Nürnberg. Als Guardian und stellvertretender Noviziatsleiter lebte ich hier bis zur Auflösung des Klosters im Jahre 2006. Das Kloster Wiedenbrück wurde neues gemeinsames Noviziatshaus. Seit September 2006 bin ich nun wieder in Wiedenbrück, um auch hier junge Mitbrüder in die franziskanische Lebensform einzuführen und als Guardian das Kloster und die Brüdergemeinschaft zu führen.
Gemeinschaftsleben als Geschenk
Nach mehr als 25 Jahren bin ich immer noch gerne Franziskaner. Mir bedeutet vor allem die Gemeinschaft sehr viel. Gemeinsam leben, arbeiten und beten. Brüder zu haben, die mich tragen, und nie allein unter einem Dach zu sein, ist für mich ein großes Geschenk. Darin liegt für mich eine Quelle für meinen Dienst an den Menschen. Ihnen in den unterschiedlichen Lebenssituationen Gott nahe zu bringen. Ihnen in ihren Nöten und Sorgen zur Seite zu stehen und die Frohe Botschaft zu verkünden. Letztlich ist es die Faszination von Franziskus und die gemeinsame Suche der Brüder nach Gott, die mich immer wieder neu in meiner Lebensform bestärken und motivieren.
Bruder Klaus Scheppe


