WAS WIR TUN

City-Patoral im Herzen Düsseldorfs

Als die Franziskaner Mitte des 19. Jahrhunderts nach Düsseldorf zurückkehrten, ließen sie sich am Stadtrand nieder. Doch die aufstrebende Industrie- und Handelsmetropole wuchs unaufhaltsam gewachsen. So kommt es, dass das Kloster heute mitten im pulsierenden Zentrum der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt liegt. Und ähnlich wie in vielen Großstädten finden sich auch hier Zeichen moderner Urbanität: beschleunigte Bewegungen, flüchtige, kurzzeitige Begegnungen, kulturelle Vielfalt, hohe Mobilität und Unverbindlichkeit.
Nach wie vor bilden die Feier der Eucharistie und die umfangreiche Beichtbereitschaft Hauptaufgaben der Gemeinschaft. Doch die Realität ist auch die: weniger und älter werdende Gottesdienstbesucher und eine Zunahme von Kirchenferne. Gemeinsam mit den vier Düsseldorfer Innenstadtgemeinden verfolgen die Franziskaner an der Immermannstrasse das Konzept der City-Pastoral.

Begegnungen – Mitten drin

Zwei Franziskaner hinterm Schreibtisch. Der linke halb stehend, der rechte am Computer sitzend.
Br. Artur (links) arbeitet in der Fides und Br. Rafael (rechts) in der City-Pastoral.

„Eigentlich haben die Orden in den Städten schon immer City-Pastoral betrieben, indem sie ergänzend zu den Pfarreien eine intensive seelsorgliche Arbeit gemacht haben und sich um die Armen kümmerten.“ erläutert Br. Rafael, der seit Sommer 2004 Leiter die City-Pastoral am Franziskanerkloster ist. „In anderen Städten ist es oftmals ein einziges Zentrum, von dem alle city-pastoralen Aktivitäten ausgehen. Bei uns teilen sich seit mehreren Jahren bestehende Einrichtungen mit jeweils eigenen Arbeitsschwerpunkten die übergemeindliche Seelsorge.“
„Es kommen Menschen mit konkreten und oft sehr persönlichen Glaubens- und Lebensfragen zu uns ins Sprechzimmer. Wir hören zu und beraten in Entscheidungsprozessen." berichtet Br. Artur

Neue Formen

Die Fides-Glaubensberatung - ein vorgezogener Flachbau mit großem Fenster zur Straßenseite, links im Bild ist die Klosterpforte zu sehen.
Neben der Klosterpforte befindet sich der Eingang zur Fides-Glaubensberatung

Direkt neben dem Eingang zur Kirche und zum Kloster befindet sich das so genannte Kirchenfenster und die Katholische Glaubensinformation Fides. Seit vielen Jahren ist die vom Erzbistum Köln finanzierte Einrichtung Fides in den Räumen des Klosters beheimatet. "Unsere Hauptaufgabe besteht darin, Erwachsene in speziellen Tauf- und Firmkursen auf den Empfang der Sakramente vorzubereiten und Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, im Auftrag des Bischofs wieder in die volle Gemeinschaft der Kirche aufzunehmen. Man sollte es nicht glauben," bemerkt Br. Rafael, "Doch die Zahl der Menschen, die eine Heimat in der Kirche und eine Orientierung für ihr Leben suchen, nimmt wieder zu. Glaubenskurse, Vorträge und andere Veranstaltungen ergänzen das Angebot der Fides.“

Franziskanischer Anspruch

Das Charakteristische, was die Franziskaner in die City-Pastoral einzubringen haben, wird an den drei Säulen des Pastoralkonzeptes deutlich: Liturgie, Verkündigung und Diakonie. Damit folgen sie der Spur des Hl. Franziskus, der eine Vorliebe für alle Armen, Kleinen und Suchenden hatte. "City-Pastoral und christliche Verkündigung ohne die sozial-caritative Dimension ist unglaubwürdig. Die, die 'mühselig und beladen sind’, Menschen in ganz unterschiedlichen Notlagen, die kommen zu uns und finden hier ihren Platz.“ so Br. Rafael.