Eggenfelden

Schließung des Franziskanerklosters Eggenfelden im Sommer 2013

Die Provinzleitung der Deutschen Franziskanerprovinz hat auf ihrer Sitzung vom 29.-31. Oktober 2012 beschlossen, das Kloster in Eggenfelden zum Sommer 2013 zu schließen.

Nachdem der Provinzrat die bereits im Sommer veröffentlichte Absicht, sich von Eggenfelden zu trennen, unterstützt hat, ist die Entscheidung nun gefallen. Vorausgegangen waren in den letzten Monaten zahlreiche engagierte und oft auch kontroverse Gespräche innerhalb der Provinz und vor allen Dingen auch mit vielen Menschen aus Eggenfelden und Umgebung.

Das Kloster Eggenfelden hat als Haus zum Mitleben eine lange und gute Tradition. In vielen Briefen, e-Mails, Telefonaten, öffentlichen Stellungnahmen und persönlichen Begegnungen der letzten Wochen wurde noch einmal sehr deutlich, wie verwurzelt dieses Haus in Eggenfelden und Umgebung ist. Unsere Mitbrüder haben sich in über 350 Jahren durch ihre Präsenz und ihre Arbeit ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung erworben. Ein im Sommer 2012 gegründeter Initiativkreis „Rettet unser Kloster“ hatte Provinzial P. Cornelius Bohl in München fast 9000 Unterschriften überreicht, mit denen sich Menschen für den Erhalt des Klosters einsetzen, sie belegen die hohe Wertschätzung, die den Brüdern entgegengebracht wird. Viele Frauen, Männer und auch Jugendliche haben z.T. sehr persönlich mitgeteilt, was die Begegnung mit den Brüdern in diesem Mitlebehaus für ihre Biographie bedeutet hat bzw. welche Beheimatung sie bei einem Weggang der Brüder verlieren würden. Für alle Zeichen der Verbundenheit und auch für alle kritischen Reaktionen auf die beabsichtigte Schließung sind wir als Ordensprovinz und Provinzleitung sehr dankbar.

Die Entscheidung, Eggenfelden zu schließen, ist uns als Provinzleitung nicht leicht gefallen, dennoch sind wir im Blick auf die sinkenden Mitgliederzahlen und den Altersdurchschnitt der Provinz im Kontext der strukturellen Zukunftsüberlegungen innerhalb unserer nun gesamtdeutschen Provinz zu diesem schmerzlichen Schritt gezwungen. Wir sehen uns im Blick auf die Verantwortung für die Gesamtgemeinschaft nicht in der Lage, das Kloster Eggenfelden künftig so zu besetzen, dass wir die damit verbundenen Aufgaben qualifiziert und verantwortet wahrnehmen können. Eine Minimalbesetzung, die das bloße Weiterbestehen für eine begrenzte Zeit sichert und eine Auflösung nur hinausschiebt, so dass eine Gemeinschaft langsam ausblutet, kann nicht in unserem Sinn sein. Unsere Niederlassungen brauchen ein geistliches Profil und eine innere Struktur, wenn wir unserem Auftrag und unserer Berufung gerecht werden wollen.

In den nächsten Jahren werden wir uns bundesweit noch von weiteren Häusern und Aufgaben trennen müssen. So schwierig und schmerzhaft hier auch jede Einzelentscheidung ist, letztlich spiegelt sich darin auch eine grundlegende Umbruchssituation in der Kirche überhaupt, die wir augenblicklich an vielen Stellen erleben. Eine Ordensgemeinschaft hat die Pflicht, rechtzeitig notwendige Entscheidungen zu treffen, die ihr eine lebbare Zukunft ermöglichen, auch wenn diese Entscheidungen oft nicht in allen Einzelheiten von Außenstehenden nachvollzogen werden können.

Die Diözese Regensburg und die Stadt Eggenfelden sind über diese Entscheidung informiert. Eine Verabschiedung der Franziskaner wird für den Sommer 2013 ins Auge gefasst. Einzelheiten und genaue Termine der Auflösung und der Rückgabe des Klosters müssen in den nächsten Wochen noch mit den verantwortlichen Stellen geklärt werden.

Kontakt

Franziskanerkloster Eggenfelden
Franziskanerplatz 1
84307 Eggenfelden

Tel.: 08721 / 96 59-0
Fax: 08721 / 96 59-16



Schreiben Sie uns eine e-Mail

Die Adresse dieser Internetseite:
eggenfelden.franziskaner.de