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Plastik des Hl. Antonius
Antonius von Padua - der erste franziskanische Gelehrte

Ungebildet - so nennt Franziskus in seinem Testament sich und seine ersten Gefährten. Doch wenn sich andere Brüder seiner Gemeinschaft dem Studium widmeten, war er durchaus offen dafür. "Ich erlaube dir, dass du den Brüdern die heilige Theologie vorträgst", schreibt er an Bruder Antonius (von Padua), den ersten großen Franziskaner-Theologen, "wenn du nur nicht durch dieses Studium den Geist des Gebetes und der Hingabe auslöschst, wie es in der Regel steht."

Tatsächlich spielte in der franziskanischen Tradition die wissenschaftliche Arbeit, verbunden mit einer Haltung der Weisheit, stets eine wichtige Rolle. Dabei ging es allerdings nicht um die Wissenschaft als reine Theorie, sondern um eine "Übersetzung" für eine Lebenspraxis aus dem Glauben.

So versteht sich die franziskanische Forschungsarbeit bis heute vornehmlich als Dienst am Menschen, der im Alltag und angesichts der weltweiten Probleme seinen Glauben zu leben sucht. Dabei geht es vor allem darum, qualifizierte Frauen und Männer auszubilden, die sich – getragen von ihrem Glauben – für die Werte des Reiches Gottes einsetzen: Gerechtigkeit, Frieden, Recht auf Leben und Würde, Bewahrung der Schöpfung als Gottesgabe.