WAS WIR TUN
Fassade vom Völkerkundemuseum
Völkerkundemuseum der Franziskaner

as "Forum der Völker", das Völkerkundemuseum der Franziskaner, will den Dialog mit anderen Völkern fördern und den Weg zu einer multikulturellen Gesellschaft ebnen helfen. Seit 1909 trugen Missionare eine Sammlung von über zehntausend Gegenständen außereuropäischer Kunst und Alltagskultur aus den Missionsgebieten in aller Welt im Franziskanerkloster in Dorsten zusammen. Diese bildete den Grundstock für das Völkerkundemuseum der Franziskaner in Werl, das 1962 errichtet und seit 1987 vollständig erneuert und mehrfach erweitert wurde.


Neben regelmäßig stattfindenden Sonderausstellungen bietet das Museum gemeinsam mit der Volkshochschule Werl-Wickede-Ense die Vortragsreihe "Werler Gespräche" an. Hier haben gesellschaftspolitische Diskussionen ebenso ihren Ort wie das interreligiöse Gespräch oder Buchvorstellungen.

eine Maske

eine indianische Zeichnung

eine mit Tieren bemalte Vase

ein ägyptisches Gemälde
Einige Exponate der Ausstellung im Museum Forum der Völker

Die ständige Ausstellung

  • Mesopotamien: Wurzeln unserer Kultur zeigt die Sammlung Schollmeyer: 171 sumerische Keilschriften der III. Dynastie von Ur (um 2290-2220 v. Chr.) aus Städten am Unterlauf des Euphrat im heutigen Irak sind Zeugnisse der ältesten Schrift der Menschheit. Sie lassen die Wirtschaftsgeschichte einer versunkenen Welt greifbar werden.

  • Palästina: Grabbeigaben in Form von Öllampen, Glasphiolen und Kleinplastiken aus Terrakotta stammen aus archäologischen Grabungen der Franziskaner im Heiligen Land. Metallgerät, Kannen, Präsentierplatten und silbertauschierte Gefäße zeigen Arabesken und Kalligraphien islamischer Dekore. Antike Münzen.

  • Ägypten: Den Sarkophag mit der Mumie einer jungen Frau aus der Zeit der römischen Herrschaft im 1. Jh. entdeckten ungarische Archäologen in Gamhud südlich von Kairo. 1913 erwarb Pater Maternus Jungmann aus Werl ihn für 300 Goldmark als Lehrobjekt für seine Schüler. Die Mumie ist umgeben von Tiermumien und Grabbeigaben des Totenkults.

  • Ostasien: China, Tibet, Japan, Burma: Zahlreiche buddhistische und taoistische Statuen, Ahnenschreine und Opfergerät für die Ahnenverehrung belegen den chinesischen Volksglauben. Eine umfangreiche Münz- und Amulettsammlung sowie Grabbeigaben, Bronzegefäße und Porzellan dokumentieren die jahrtausendealte Hochkultur.

  • Westafrika: "Durch afrikanische Türen" betritt der Besucher die Afrika-Abteilung. Türen zum Verständnis afrikanischer Kulturen sollen geöffnet werden durch die Präsentation der Sammlung des Missionars Michel Convers.

  • Ostafrika: Die der Natur angepasste Lebensweise der Nomaden spiegelt sich in Kleidung und Gerät der Massai aus Kenia und anderer viehzüchtender Stämme aus Ostafrika wider. Die moderne Plastik der Makonde-Schnitzer aus Mosambik ist durch Lebensbäume und Geisterdarstellungen aus Ebenholz vertreten.

  • Papua-Neuguinea: Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Kulthausgiebel der Abelam mit farbenprächtiger Malerei auf Palmblattscheiden. Die imposanten Geisterhäuser sind Ausdruck der sozialen Beziehungen und Welterklärung zugleich.

  • Westirian: Asmat, Bergstämme: Die heute zu Indonesien gehörenden und bedrängten Stämme Westirians waren bis weit ins 20. Jahrhundert hinein von westlicher Zivilisation unberührt. Der rasant fortschreitende Kulturwandel ist durch Fotografien dokumentiert.

  • Nordamerikanische Indianer: Navajo, Zuni: Die kleine Sammlung der südwestlichen Indianer stellt Beispiele der Handwerkskünste Korbflechten, Töpfern und Weben vor.

  • Südamerikanische Indianer: Tirio: Der Stamm der Tirio lebt im nördlichen Amazonasgebiet Brasiliens. Über eine dort errichtete Missionsstation gelangten Alltagsgegenstände wie Jagdwaffen, Körbe, Hocker, Spielzeug und Schmuck ins Museum.

  • Nordosten Brasiliens: Das Leben der armen Landarbeiter wird durch ein Wohnhaus und Fotos vorgestellt. Die Inszenierung einer Elendssiedlung versetzt die Besucher in die Wirklichkeit der vom Wohlstand ausgeschlossenen Stadtbevölkerung. Die Franziskaner setzen sich dort für Alphabetisierung, Gesundheit und Landrechte ein.