ANGEBOTE

Juli

Und es begab sich, darauf wanderte Jesus durch Städte und Dörfer, predigte und verkündete die Heilsbotschaft vom Reiche Gottes (Lk 8,1).

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
so nützlich und demütig,
so köstlich und keusch.
(aus dem Sonnengesang des heiligen Franziskus)

 

Die Predigt Jesu orientiert sich an der realen Situation der Menschen, in der sie leben. Er nimmt sie ernst. Er setzt beim Wirklichkeitsverständnis an, er greift in seiner Verkündigung immer wieder Beispiele aus der Natur und dem menschlichen Alltag auf. Um dieses Ernst-Nehmen, die Dinge sehen wie sie sind, darum geht es. Mit dem heiligen Franziskus gesprochen: Wir müssen klares Wasser werden. Klares, reines Wasser ist durchsichtig, deshalb nennt Franziskus Wasser auch demütig und keusch. Es rinnt so lange nach unten, bis es den tiefsten Punkt erreicht hat. Demut meint Mut zum Dienen. Dabei geht es nicht um das Dienen unseren eigenen Interessen gegenüber, sondern um das Dienen dem Eigentlichen und Ursprünglichen. Eigeninteresse und Unlauterkeit trüben das Wasser. Unser Denken, unser Tun muss immer durchsichtig sein auf Gott hin, so wie Wasser auch durchsichtig ist. Wasser hat auch die schöne Eigenschaft, Spiegel zu sein. Der, der hineinschaut, sieht sich selbst. Gerade in Zeiten des Umbruchs und der Verunsicherung vermögen nur Klarheit in Bezug auf unsere eigenen Motive und Durchsichtigkeit in Bezug auf unsere Gotteskindschaft Orientierung zu geben.

Text: aus einem Vortrag von Franz Lackner OFM, Weihbischof der Diözese Graz-Seckau zum Thema „Verborgenheit und Erkenntnis Gottes - `Es ist so`“

Foto: Heike Brinkemper, Wiedenbrück
Das Foto zeigt den Franziskusbrunnen vor der Pforte des Franziskanerklosters Wiedenbrück

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