Immer nur beten? Um Himmels willen!

"Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür. Und ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat, zu euch herabsenden. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet.
Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben; sie aber fielen vor ihm nieder.
Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück. Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott. (Lk 24,46-53)"
Gedanken zum Evangelium von Christi Himmelfahrt
„Meine Güte“ – könnte man denken – „wie langweilig! Hatten die denn sonst nichts zu tun?“ Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Jünger einige ungewöhnliche Erlebnisse mit Jesus verkraften mussten (s. Lk 24: Begegnungen nach dem Tod, angeregte Diskussionen mit einem eigentlich Verstorbenen, plötzliches Erscheinen und Verschwinden des Auferstandenen, ganz zu schweigen von gemeinsamen Mahlzeiten, bei denen er u.a. „vor ihren Augen gebratenen Fisch aß“ (vgl. Lk 24,42 f), sollte man doch annehmen, dass sie nach einiger Zeit wieder „alltagstauglich“ gewesen wären.
Aber nein – „sie waren immer im Tempel und priesen Gott“.
Fast wie Schwestern in einem kontemplativen Kloster. Eine häufig gestellte Frage lautet: „Was tun die denn den ganzen Tag? Immer nur beten? Um Himmels willen!“
Treffer! Der Himmel erfordert anscheinend eine besondere Art von „Alltagstauglichkeit“, eine, die Raum, Zeit und Rahmenbedingungen schafft, das unvorstellbare Einbrechen Gottes in unsere „Normalität“ zu bedenken, zu „verkraften“ und angemessen zu beantworten.
Selbstverständlich ist das Ziel dabei nicht, „abzudrehen“, sondern offen zu bleiben für Gottes weiteres Wirken in unserer Welt. Aber das ist dann die Fortsetzung: Pfingsten.
Text von Postulantin Sylvia, Klarissen Münster
Bild, Collage franziskaner.de
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Gebet des hl. Franziskus vor dem Damiano-Kreuz
Höchster, glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis meines Herzens
und schenke mir rechten Glauben,
gefestigte Hoffnung
und vollendete Liebe.
Gib mir, Herr, das Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle.

