WER WIR SIND
Fotocollage, im Vordergrund ein Mitbruder, der Hintergrund ist zweigeteilt: links eine barocke Kirche, rechts Häuser einer Obdachlosensiedlung in Herne
Franziskaner leben an verschiedenen Orten – im barocken Kloster ebenso wie im sozialen Brennpunkt.

Wer Franziskus ist, weiß fast jeder. Wer aber sind die Franziskaner?
Wo leben sie heute? Oft ist es nicht mehr die Kutte, an der sie zu erkennen sind.
Was in Fulda selbstverständlich sein mag, kann in Neubrandenburg abweisend wirken.

"Franz is' kaner"

Dieses bayerische Wortspiel bringt das Kreuz von uns Franziskanern auf den Punkt: Franziskus ist Christus so vollkommen nachgefolgt, dass wir uns immer wieder fragen (lassen) müssen, ob er dieses oder jenes auch so getan hätte.
Wir können ihn nicht kopieren. Jedoch haben wir durch sein Beispiel das Glück, einen Weg vor uns zu sehen. Wir sind von ihm angesteckt. Doch wer nun glaubt, dass wir mit dieser Grundlage den Himmel auf Erden in unseren Klöstern haben, der hat sich kräftig geirrt. Wir sind auch nur Menschen. Von den Anfängen unseres Ordens bis heute gibt es genügend Beispiele, wie unterschiedlich die Meinungen und Lebenswege innerhalb unserer Bruderschaft sein können.
Franziskus hat um diese Menschlichkeiten gewusst. Vielleicht als Konsequenz daraus hat er seine Gemeinschaft die "Minderbrüder" genannt. Keinem imponieren wollen - auch Gott nicht. In Güte die eigenen, aber auch die fremden Schwächen annehmen. Auch Franziskus war nur groß, weil er den Mut hatte, so klein zu sein, wie er war.

Vielfalt ist Reichtum

Franziskaner leben an verschiedenen Orten: im barocken Kloster ebenso wie im sozialen Brennpunkt. Was uns verbindet: Im Leben zu stehen und im Evangelium Orientierung zu finden. Als Pfarrer und Sozialarbeiter, Krankenpfleger und Wallfahrtsleiter, Gärtner und Professor, Pförtner und Religionslehrer.
Als Brüder der Menschen, unter denen wir leben.