
Mit der Gründung der Missionszentrale der Franziskaner im Jahre 1969 verfolgte P. Andreas Müller ofm das Ziel, sich um die Belange der Armen, Benachteiligten und Ausgegrenzten zu kümmern. Was damals mit 5.000 D-Mark Startkapital in Bonn begann, ist inzwischen zum wohl größten franziskanischen Hilfswerk mit einem jährlichen Spendenaufkommen von ca. 15 Mio. Euro geworden. Der Hauptsitz der Missionszentrale ist in Bonn, sie unterhält zudem weitere Büros in Wien, Brüssel und Berlin. Mit den Spendengeldern werden humanitäre, ökologische und pastorale Entwicklungsprojekte der ganzen franziskanischen Familie in den Ländern des Südens und des Ostens finanziert.
Option für die Armen

- P. Stephan Ottenbreit ist Leiter der Missionszentrale
"Die bewusste solidarische Hinwendung zu denen, die sich selbst nicht mehr zu helfen wissen, ist und bleibt für die Missionszentrale der rote Faden ihres Einsatzes. Das war vor vierzig Jahren so - und ist es bis heute." erläutert P. Stephan Ottenbreit ofm, der seit 2003 Leiter der Missionszentrale ist. Fast 40 Jahre hat er in Brasilien, dem größten lateinamerikanischen Land gelebt und gearbeitet. Diese Erfahrungen und durch seine sechsjährige Arbeit in der Ordensleitung in Rom kennt P. Stephan die Situation der Menschen in den Kontinenten der südlichen Hemisphäre und den Franziskanerorden weltweit. "Egal in welchem Arbeitsbereich der Missionszentrale, ob in den Bereichen Spenderdialog, Verwaltung, Projektbegleitung oder in der Bildungs-, Lobby- und Menschenrechtsarbeit: Es geht immer darum, die Würde des Menschen zu suchen und zu garantieren."
Nachhaltige Projektarbeit und vielfältige Aufgaben

- Das Hauptbüro der Missionszentrale in Bonn-Bad Godesberg
Bei der Projektunterstützung wendet die Missionszentrale strenge Kriterien an. Die Projekte müssen basisorientiert, ökologisch, sozial nachhaltig und 'Hilfe zur Selbsthilfe' sein. Sie reichen beispielsweise von der Unterstützung von Suppenküchen in Sao Paolo über die Hilfe für Opfer der Militärdiktatur in Argentinien bis zur AIDS-Prävention in Kenia. Neben der langfristigen Projektarbeit hilft sie aber auch Menschen bei der Bewältigung akuter Notlagen, die beispielsweise durch Naturkatastrophen ausgelöst werden.
Mit Hilfe der Bildungsarbeit versucht die Missionszentrale der Franziskaner, das Bewußtsein für Frieden, weltweite Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu sensibilisieren. Ähnlich wie dem Hl. Franziskus ist ihr die Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs wichtig. In der Menschenrechts- und Lobbyarbeit weist die Missionszentrale in Politik und Gesellschaft auf Mißstände in der Wahrung von Menschenrechten hin. Der von ihr initiierte "Internationale Freiwilligendienst" ermöglicht es Menschen, die soziale und kulturelle Wirklichkeit auf anderen Kontinenten kennen zu lernen und sie damit zu Botschaftern der Völkerverständigung zu machen.
Die auf Anregung der Missionszentrale gegründete "Bank für Orden und Mission" bietet Menschen die Möglichkeit, ihr Geld nach ethischen und vom Franziskanerorden festgelegten Kriterien anzulegen. Die Gewinne der Bank fließen in gemeinnützige Projekte der Missionszentrale ein. Und um Spendern und Interessierten einen einfachen Zugang zu franziskanischer Literatur und "Fanartikeln" zu verschaffen, hat sie die "Franziskanische Versandbuchhandlung" ins Leben gerufen.
P. Stephan fasst zusammen "Wir wollen, dass allen Menschen Frieden und Gutes widerfährt. Daran arbeiten wir unablässig auf der ganzen Welt."
