
Was machen eigentlich Franziskaner?
Fast alles! Und das ist nicht übertrieben!
Es ist tatsächlich schwer, unsere Arbeit kurz und bündig auf einen Nenner zu bringen. Brüder hören den Menschen zu - als Cityseelsorger oder beim Beichtgespräch.
Sie teilen ihr Leben in einer Großstadtpfarrei ebenso wie in der Obdachlosensiedlung.
Sie möchten Menschen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg begleiten und einfach bei ihnen sein - egal, ob bei Exerzitien oder in der Jugendarbeit, im Gefängnis oder im Altenheim, in Krankenhäusern oder Einrichtungen für Behinderte.
Brüder unterrichten in Schulen und Universitäten, erzählen von Gott von der alten Kanzel aus oder in den neuen Medien, engagieren sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Brüder möchten Räume schaffen, in denen Menschen zu sich selbst und zu Gott finden können – in stillen Klöstern und an Wallfahrtsorten, in der Feier der Liturgie und beim Mitleben in ihrer Gemeinschaft. Spätestens dort sieht man dann, was natürlich auch noch zu unserem Leben gehört: die vielen Arbeiten in Haus und Garten, die Sorge für unsere alten und kranken Brüder, die interne Organisation von Arbeit, Verwaltung und Ausbildung.
Für andere berufen
All das machen Franziskaner. Und noch viel mehr. Eben fast alles. Franziskus wollte, dass seine Brüder arbeiten und von der Arbeit leben. Er selbst hat in einem langen Prozess erkannt, dass Gott ihn nicht nur für sich selbst, sondern für andere berufen hat. Aus Gebet und Einsamkeit erfährt er sich immer wieder zu den Menschen gesandt. Logisch also, dass seine Brüder schon bald dort wohnen, wo die Menschen sind: mitten in der Stadt.
Wichtig ist also vielleicht gar nicht, was wir tun. Sondern wie wir es tun: Mit einem großen Herz für die Menschen und unsere Welt. Nahe bei denen, die ganz unten oder am Rand stehen. Und so, dass nicht nur für die anderen, sondern auch für uns selbst Gott vorkommt in unserer Arbeit. So eben, dass die Arbeit "den Geist des Gebetes und der Hingabe nicht auslöscht". Das schreibt Franziskus in der Regel. Und wir versuchen es bis heute.
Bildnachweis: Regina Maria Suchy

