WER WIR SIND

 

Wir gedenken unserer verstorbenen Mitbrüder

 

Br. Reginald (Franz) Böhmer
† 12.05.2013 in Vierzehnheiligen

Franz Böhmer wurde am 5. Dezember 1929 als sechstes von sieben Kindern der Landwirte Johann und Eva Böhmer, geb. Vetter, in Niederau / Pfarrei Ebensfeld bei Staffelstein (Erzdiözese Bamberg) geboren.
Von 1936 bis 1944 besuchte er die Volksschule zu Ebensfeld. Nach der Schule absolvierte er ab April 1944 beim Gartenbaubetrieb Eduard Cromm in Bamberg eine zweijährige Gärtnerlehre und ging anschließend zwei Jahre auf die Gärtnerberufsschule ebenfalls in Bamberg. Wegen der Kriegsverhältnisse musste er seine Lehrzeit im April 1945 für ein halbes Jahr unterbrechen, konnte diese aber ab September 1945 im Gärtnereibetrieb Wilhelm Fichtel in Bamberg fortsetzen und am 23. Oktober 1947 mit der Gehilfenprüfung abschließen. Als Gärtner-Geselle arbeitete er bis zum Jahresende 1949 im Betrieb weiter, wurde dann aber wegen Arbeitsmangel entlassen. Nach drei Monaten Arbeitslosigkeit hätte er eine neue Stelle in Bad Kissingen antreten können, bat aber stattdessen im März 1950 um Aufnahme in den Franziskanerorden.

So kam er am 14. April 1950 zuerst nach Bad Tölz und dann am 15. Dezember 1950 nach Berching als Gartenkandidat und wurde zum 1. September 1951 mit Br. Pius (Anton) Pfaller als Postulant vorzeitig zugelassen. Provinzial Franz Sales Aschenauer kleidete ihn am 9. März 1952 in Dietfurt ein und gab ihm den Ordensnamen Reginald.

Nach dem Noviziat und der Erstprofess wurde er 1953 als Gärtnergehilfe nach Miltenberg versetzt. Im Oktober 1954 kam er als Gärtner und Sakristan nach Kloster Lechfeld, wo er 10 Jahre fleißig und gewissenhaft arbeitete und auf Kollektur ging. Zwischendurch legte er am 7. März 1956 in Dietfurt seine feierliche Profess in die Hände von Provinzial Tharsicius Sibold ab. Seine Mitbrüder bescheinigten ihm damals, dass er religiös sehr eifrig sei, seinen Beruf mit Hingabe erfülle und sich in das Gemeinschaftsleben gut einfüge.

Im August 1965 zog er nach Neukirchen bei Hl. Blut um, wo er 39 Jahre seines Ordensleben verbrachte und wegen seiner jährlichen Besuche bei der Kollektur in der ganzen Umgebung sehr bekannt war. Nach einem Schlaganfall musste er zunächst länger im Krankenhaus Cham stationär behandelt und dann Mitte Juli 2004 in die Seniorenstation St. Anna nach München verlegt werden. Dort sorgte er mit seiner gesprächigen und humorvollen Art für eine gute und familiäre Atmosphäre. Am 15. November 2007 zog er nach Vierzehnheiligen um, wo er in der Pflegestation der Franziskusschwestern Aufnahme fand. Dort starb er am 12. Mai 2013. Er wurde auf dem Klosterfriedhof bei der Wallfahrtsbasilika beerdigt. R.I.P.

P. Wolfgang Breu
† 23. März 2013 in Bad Tölz

Wolfgang Breu wurde am 1. Dezember 1943 als jüngster Sohn von fünf Kindern der Landwirte Wolfgang und Franziska, geb. Mauerer, in Vorderbuchberg bei Neukirchen Hl. Blut, Kreis Kötzting (Diözese Regensburg) geboren.

Im September 1949 kam er für sechs Jahre in die Volksschule von Neukirchen Hl. Blut. Vom Einödhof kam er oft ins benachbarte Kloster, wo er gerne Ministrant war. P. Rembert interessierte sich für seine schulischen Leistungen und lockte ihn als Zwölfjährigen mit dem Angebot: „Du bist intelligent, du könntest studieren!" Als einziger Bub in der Familie sollte er das elterliche Anwesen übernehmen. Doch die Worte des Paters ließen ihn nicht mehr los. Damals war es üblich, dass die Kinder nur reden durften, wenn der Vater sie ausdrücklich dazu aufforderte. Eines Abends, als die ganze Familie in der Stube versammelt war, verstieß Wolfgang gegen diese Spielregel und teilte seinem Vater verschämt über die Stuhllehne seinen geheimen Wunsch mit, bei den Franziskanern studieren zu dürfen. Zur allgemeinen Überraschung stimmte der Vater sofort zu und offenbarte, dass auch er als kleiner Junge dasselbe wollte, damals aber nicht durfte und darunter sehr gelitten hatte. Heimlich besorgte man Koffer, ließ Nachthemden nähen, denn keiner der Nachbarn sollte zunächst von den geheimen Plänen erfahren. Schließlich begleitete der Vater seinen Sohn am 31. August 1955 zu Fuß, mit Bus und Bahn ins Franziskaner-Vorbereitungsseminar Freystadt, wo er im Juni 1956 die Aufnahmeprüfung für die zweite Klasse Gymnasium in Landshut erfolgreich bestand. Am humanistischen Hans-Carossa-Gymnasium Landshut erhielt er im Juni 1964 das Abiturzeugnis und bat um Aufnahme in den Orden.

Am 14. September 1964 erhielt er in Dietfurt als Klerikernovize das Ordenskleid und den Ordensnamen Richard (im Dezember 1968 entschied er sich wieder für seinen Taufnamen). Nach dem ersten Probejahr im Orden und der Erstprofess kam er zum Studium zunächst nach München St. Anna und von Oktober 1967 bis September 1968 nach Fulda. Am 26.09.1968 legte er in Landshut in die Hände des Provinzvikars Wilhelm Forster seine feierliche Profess ab und vollendete seine Studien dann in St. Anna. Julius Kardinal Döpfner weihte ihn im Dezember 1969 im Münchner Dom zum Diakon und am 28. Juni 1970 im Freisinger Dom zum Priester. Von 1971 bis 1979 wurde er als Kaplan in Nürnberg St. Ludwig eingesetzt. Dann folgten zwei weitere Jahre als Kaplan in München St. Anna.

Seit dem 1. Dezember 1981 arbeitete Wolfgang unermüdlich und engagiert als Krankenhausseelsorger im Versehrtenkrankenhaus Bad Tölz, das später durch ein neues städtisches Krankenhaus im Kurteil ersetzt wurde und heute Asklepios Stadtklinik heißt. Im Kloster übernahm er 1985 das Amt des Guardians, später öfter des Vikars und Hausökonomen.

Im November 2004 diagnostizierten die Ärzte bei ihm Darmkrebs und entfernten in einer Operation das Karzinom. Ein halbes Jahr ambulanter Chemotherapie folgte. Nach seinem gewohnten Urlaub in Kroatien konnte er am 19. Juli 2005 seine gewohnte Arbeit wieder aufnehmen.

In Anerkennung seiner Verdienste während seiner langjährigen Tätigkeit als Krankenhausseelsorger in Bad Tölz wurde P. Wolfgang am 16. Dezember 2008 von Bürgermeister Josef Janker mit der Silbernen Bürgermedaille der Stadt Bad Tölz ausgezeichnet.

Zum 31. August 2011 wurde P. Wolfgang vom Dienst des Krankenhausseelsorgers entpflichtet.

In seinen letzten beiden Lebensjahres wurde die Beeinträchtigung durch das Krebsleiden immer stärker spürbar. In den letzten Monaten vor seinem Tod sprach er offen darüber, dass er seinen 70. Geburtstag wohl nicht mehr erleben werde.

P. Wolfgang starb am 23. März in der Asklepios Stadtklinik. Seinem Wunsch gemäß wurde er auf dem Friedhof des ehemaligen Franziskanerklosters in Bad Tölz beerdigt. R.I.P.

P. Askanius (Johann) Vetter
† 7. Januar 2013 in Murnau

P. Askanius Vetter wurde am 12. April 1912 in Fitzendorf bei Hofheim / Mainfranken (Diözese Würzburg) als siebtes Kind des Landwirts Franz Vetter und seiner Frau Margarethe geb. Fuchs geboren. Mit sechs Jahren kam er in die Volksschule in Fitzendorf, empfing am Weißen Sonntag 1923 die erste hl. Kommunion in der Schlosskirche zu Burgpreppach und am 2. Juni 1924 die Firmung in Ebern. Nach einem Vorbereitungskurs für die zweite Klasse des humanistischen Gymnasiums trat er am
7. März 1925 als Zögling in das Franziskanerseminar Antonianum in Bamberg St. Jakob ein. Schon als Schüler der Oberstufe (ab April 1930) durfte er das Ordenskleid als Terziarkleriker tragen. Im März 1933 schloss er seine Gymnasialstudien mit dem Abitur ab. Beim Eintritt in das Noviziat der Bayerischen Franziskanerprovinz 1933 bat er um den Ordensnamen Waldfrid, bekam jedoch den Namen Askanius zugewiesen.

Nach dem Noviziat kam er im Mai 1934 zum Studium nach München St. Anna, wo er 1937 in die Hände von Provinzial Bertrand Bühler seine feierliche Profess ablegte.
Im September 1937 wurde er in München St. Gabriel durch Kardinal Faulhaber zum Diakon und ein Jahr später zum Priester geweiht. 1940 wurde er als junger Seelsorger nach Berching versetzt. Im Januar 1941 wurde er während des Zweiten Weltkriegs zum Wehrdienst eingezogen; im Oktober 1945 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

Anschließend wurde er im Kloster Altstadt in Hammelburg als Seelsorger eingesetzt und kam im August 1946 nach Nürnberg St. Ludwig als Kaplan. Im August 1949 wechselte er nach München St. Anna. Im April 1950 kam er wieder nach Hammelburg, wo er als Katechet an der Schule unterrichtete und sich um die Franziskanische Gemeinschaft (damals „Dritter Orden“ genannt) kümmerte. Zum Schuljahresbeginn 1956 wurde er in Freystadt zum Magister der Seminaristen ernannt. Ab August 1958 zog er nach Miltenberg um, wo er als Hausvikar und Religionslehrer wertvolle Dienste leistete, aber schon damals über ernsthafte gesundheitliche Probleme klagte. Im August 1961 wurde P. Askanius zum Präses von Grafrath ernannt, wo er als Seelsorger, Hauschronist, Missionsprokurator des Hauses und als Direktor des Dritten Ordens eingesetzt wurde.

Seine empfindliche Gesundheit und die damit verbundene Ernährungsumstellung bewegten P. Askanius, sich um eine Pfarrstelle in der Diözese Augsburg zu bemühen. Ab September 1979 wurde er mit Zustimmung der Provinzleitung zur Betreuung der Pfarreien Unteregg und Köngetried eingesetzt. 1987 zog er in das Pfarrhaus nach Warmisried um, wo ihn die Diözese bis 1993 zum Pfarradministrator ernannte.

Nach seinem 80. Geburtstag genehmigte ihm die Diözese, weiterhin im Pfarrhaus zu wohnen und als Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Dirlewang tätig zu sein. Aufgrund seines hohen Alters wurde er zum 31.08.2004 von der Diözese entpflichtet und kehrte in den Kreis der Brüder ins benachbarte Franziskanerkloster Füssen zurück.

 In Füssen feierte er noch täglich bis zu seinem 99. Lebensjahr Gottesdienste im Erholungsheim bei den Barmherzigen Schwestern. Im Herbst 2011 brach er sich bei einem Sturz in seinem Zimmer fünf Rippen, wozu er während des anschließenden Krankenhausaufenthalts humorvoll den Spruch äußerte: „Eine Leich könnt’s noch nicht feiern“. Und wie ihn ein vertrauter Besucher im Krankenhaus nach seinem Oberschenkelhalsbruch im August 2012 mit dem Satz: „Komm Askanius, dass du
110 Jahre wirst“, ermutigen wollte, gab P. Askanius schlagfertig die Antwort: „Warum dem lieben Gott Grenzen setzen“.

Am Sonntag, dem 6. Januar 2013, am Fest der Erscheinung des Herrn, brach im Kloster Füssen ein Feuer aus. P. Askanius erlitt schwerste Verbrennungen. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik nach Murnau transportiert. Einen Tag später,
am 7. Januar 2013, erlag er seinen Verletzungen.

P. Askanius fand seine letzte Ruhestätte auf dem Klosterfriedhof in Füssen.
Der Herr lasse ihn ruhen in Frieden.

Br. Leander (Erhard) Tausch
† 20. November 2012 in Großheubach

Br. Leander wurde mit dem Taufnamen Erhard Tausch am 1. März 1932 als erstes von sechs Kindern und als Sohn des Zimmerers Franz Tausch und seiner Ehefrau Alvisia, geborene Sommer, in Dolanka im Sudetengau (Erzdiözese Prag) geboren. Mit sechs Jahren kam er für vier Jahre auf die Volksschule in Maria Stock und anschließend für 2½ Jahre auf die Hauptschule in Luditz.

Nach der Aussiedelung aus der Heimat im Jahre 1946 besuchte er abermals ein Jahr die Hauptschule in Dettelbach, aus der er am 19. Juli 1947 entlassen wurde.

Im September 1947 begann er bei dem in Dettelbach ansässigen Schuhfabrikanten Carl Thomann eine dreijährige Lehrzeit als Stanzer, Zwicker und Ausputzer und besuchte nebenbei bis zum 1. Oktober 1950 die Berufsschule in Kitzingen.

Als Schustergeselle übernahm ihn anschließend sein Lehrmeister in seinem Betrieb, wo er bis zur Stilllegung desselben im Juni 1951 beschäftigt war. Ein Jahr blieb er arbeitslos, bevor ihn eine andere Schuhfabrik in Dettelbach und kurz darauf ein größerer Betrieb in Kitzingen übernahmen. In seinen Arbeitszeugnissen werden immer wieder seine Gewissenhaftigkeit, absolute Zuverlässigkeit und sein großer Eifer hervorgehoben, die ihn zu einer vielseitig verwendbaren Arbeitskraft heranreifen ließen.

In dieser Zeit reifte in ihm die Berufung zum Ordensleben heran. Als Garten- und Schuster-Kandidat wurde er am 4. März 1955 zunächst nach Freystadt geschickt und ab dem 1. September 1955 als Postulant geführt. Am 7. März 1956 erhielt er in Dietfurt zum Noviziatsbeginn neben dem Ordenskleid den Ordensnamen Leander. Nach dem Noviziat wurde er für drei Jahre im Kloster Berching als Gärtner eingesetzt. Am 8. März 1960 legte er in Berching in die Hände des dortigen Präses Anselm Schönberger die Feierliche Profess ab. Am 20. Juli 1960 wurde er auf den Engelberg versetzt, wo er zeit seines Lebens, also 52 Jahre, blieb.

Br. Leander war die längste Zeit seines Lebens ein großer, stattlicher und selbstbewusster Ordensmann. Erst im letzten Jahr haben ihn durch verschiedene Krankheiten und Beschwerden die körperlichen Kräfte mehr und mehr verlassen.

Auf seinen Wunsch kam er im Oktober 2012 in das Pflegeheim im St. Elisabethenstift in Großheubach. Er hätte es dort eigentlich gut gehabt, aber da verließ ihn auch noch der Lebenswille. Dass sein Wunsch, zu sterben, sich so schnell erfüllte, hat uns aber alle überrascht.

Eine langjährige Angestellte der Klosterschänke sagte einmal: „Der Engelberg, das ist für mich der Bruder Leander“. So empfanden es viele Bauernfamilien, bei denen er als Sammelbruder immer wieder übernachtete, fragten oft nach Bruder Leander und erzählten Geschichten von ihm. Die Besucher der Wallfahrtskirche wussten, dass der großartige Blumenschmuck der Kirche von Br. Leander stammte; Generationen von Ministranten erinnern sich gern an ihn. Manche besuchten ihn sogar in seiner Krankheit. Für die Wallfahrer gehörte er zum „Inventar des Engelberges“; die Kirchenbesucher schätzten seinen eindringlichen Vortrag als Lektor.

Br. Leander reiste gern, er wusste viel und war ein guter Unterhalter. Als Pförtner, Gärtner, Arbeiter im Weinberg des Klosters und Sakristan leistete er tagein, tagaus treue Dienste. Verborgen blieb vielen, dass er jeden Tag schon im Morgengrauen in der Sakristei still seine Gebete verrichtete.

Br. Leander verstarb am 20. November 2012 in Großheubach. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof des Klosters Engelberg. Wir danken Br. Leander für alles und bitten den Herrn, dass ihm nun das ewige Licht leuchte.

Br. Norbert (Paul) Klapheck
† 21. Oktober 2012 in Dortmund

Bruder Norbert wurde am 1. August 1935 in Dorsten geboren. Seine Eltern waren Johann Klapheck und Anna, geb. Klöpper. Im Kreis von acht Geschwistern wuchs er auf. Nach Abschluss der Volksschule erlernte er den Beruf des Malers und Anstreichers. Im Oktober 1958 trat er mit Begeisterung in Werl in den Franziskanerorden ein und folgte seinen Brüdern Suitbert und Rudolf, die vor ihm zu den Franziskanern gefunden hatten. In der Feierlichen Profess am 19. März 1965 in Dorsten band er sich endgültig an die Gemeinschaft der Franziskaner.

Mit ihm als gelerntem Maler wurde ein Maler-Team der Sächsischen Franziskanerprovinz zusammengestellt, das fast alle Häuser der Provinz renovierte und darüber hinaus die Generalkurie des Ordens in Rom.

Als seine gesundheitlichen Kräfte nachließen, half er in der Krankenpflege der Brüder in Warendorf (1982 bis 1992) und übernahm dann die Pfortendienste in unseren Klöstern Paderborn, Werl, Osnabrück und Dorsten (1992 bis 2009). Wegen nachlassender Gesundheit und größerer Hilfsbedürftigkeit wechselte er im November 2009 ins Bruder-Jordan-Haus nach Dortmund. Wir Franziskaner sind dankbar für seine treuen Dienste in unseren Klöstern.

Br. Norbert fand seine letzte Ruhestätte auf der Grabstelle der Franziskaner in Dorsten. R.I.P.

 

Br. Ferdinand (Karl-Josef) Elben

† 21. September 2012 in Dortmund

 

Bruder Ferdinand wurde am 21. April 1935 in Wuppertal-Elberfeld geboren.

Als Vollwaise verbrachte er seine Kindheit in einem von Ordensschwestern geführten Waisenhaus. Dies hat ihn persönlich geprägt. Nach Abschluss seiner Schulzeit erlernte er den Beruf des Schreiners. Am 27. Oktober 1954 wurde er in Mönchengladbach in den Franziskanerorden aufgenommen, an den er sich in der Feierlichen Profess am

8. November 1961 endgültig band.

 

Stationen seines Wirkens waren Mönchengladbach, Euskirchen, Düsseldorf und der Wallfahrtsort Neviges, wo er als Gärtner über 36 Jahre die Wallfahrtsberge – den Marienberg und den Kreuzberg – zur Freude der Pilger mit großer Sorgfalt und Hingabe pflegte, da er sich sehr gern draußen in Gottes freier Natur aufhielt. In seiner Schreinerwerkstatt wurde er immer wieder von Interessenten aufgesucht, die sich von ihm fachmännisch Bilder auf Holz aufziehen lassen wollten. So hat er etliche San-Damiano-Kreuze aufgezogen, die heute in vielen Klöstern und Kirchen zum stillen Gebet einladen.

 

Als großer Krippenfreund gestaltete er jährlich im Wallfahrtsdom die Weihnachtskrippe, die von vielen Pilgern von nah und fern bewundert wurde. Gerne spielte er, vor allem zur Weihnachtszeit, die Querflöte und liebte besonders die Musik von W. A. Mozart. Trotz seiner altersbedingten Krankheiten und Schwächen unterstützte Br. Ferdinand die Gemeinschaft durch die vielfältigsten Dienste. Im Jahr 2005 freute er sich über die große Anerkennung und Dankbarkeit, die ihm anlässlich seines Goldenen Ordensjubiläums entgegengebracht wurde. Seinen Lebensabend verbrachte er seit November 2010 im Bruder-Jordan-Haus in Dortmund. Wir danken für seine treuen Dienste in unseren Klöstern und trauern um einen feinfühligen und frommen Franziskaner. Br. Ferdinand fand seine letzte Ruhestätte auf dem katholischen Friedhof in Neviges. R.I.P.

P. Bernward (Alfred) Kliewer
† 14. September 2012 in Mönchengladbach

Pater Bernward wurde am 25.12.1921 in Krefeld geboren und trat am 13.05.1953 in Rietberg in das Noviziat der Franziskaner ein. Dort legte er auch die erste Profess ab. Die Feierliche Profess legte er am 14.07.1955 in Mönchengladbach ab. Am 25.08.1956 wurde er in Mönchengladbach von Weihbischof Hünermann zum Priester geweiht.

Nach der Priesterweihe wurde er nach Düsseldorf versetzt und nur ein Jahr später nach Neuß, um dort das Studienhaus der Franziskaner für Ordensinteressenten zu leiten, die auf dem Abendgymnasium ihr Abitur nachholten.

1964 wurde P. Bernward Klerikermagister in Mönchengladbach. Er betreute die jungen Mitbrüder, die sich auf die Priesterweihe vorbereiteten. Von 1968 bis 1977 war er auch Guardian des Klosters. In dieser Zeit gestaltete er die Umwandlung des Klerikates in Mönchengladbach zu einer Erwachsenenbildungsstätte hauptverantwortlich mit.
Von 1980 bis 1998 war er zusätzlich Redakteur der Provinzzeitschrift „Rhenania Franciscana“.

1983 wurde P. Bernward Guardian in Düsseldorf und von 1990 bis 1992 war er Guardian in Neviges.

Schließlich kehre er als Guardian wieder zurück nach Mönchengladbach, wo er 1997 einen Schlaganfall erlitt, der ihn zwang, von allen Ämtern zurückzutreten.

Seit 2005 war P. Bernward wegen seiner Pflegebedürftigkeit zunächst im „Ludwig-Weber-Haus“ und dann im „Katharinenstift“, wo er auf eigenen Wunsch von seiner Familie betreut wurde.

Geprägt war P. Bernward durch seinen Vater, der sich entschieden gegen den Nationalsozialismus gestellt hatte. Dadurch erlebte die Familie viele Nachteile. Schließlich erlebte Bernward als junger Mensch die ganze Tragödie um die Schlacht von Stalingrad, an der er als Sanitäter vom Anfang bis zur Kapitulation 1943 teilnahm. Eine lange und qualvolle Gefangenschaft prägte ihn um ein weiteres.
Als Priester und Ordensmann legte er seine Lebenserfahrungen in die Hände Gottes.

Der Orden ist ihm dankbar für seine Dienste an der Provinz und an den Brüdern.
In Erinnerung wird er uns vor allem in der Heiligen Messe und im Stundengebet bleiben, wenn wir unserer franziskanischen Heiligen gedenken. P. Bernward war der Herausgeber des franziskanischen Stundenbuches, des franziskanischen Meßbuches und des franziskanischen Schott.

P. Bernward verstarb im Alter von 91 Jahren im Katharinenstift zu Mönchengladbach. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem städtischen Hauptfriedhof in Mönchengladbach. R.I.P.

P. Wendelin (Hubert Josef) Reisch
† 23. August 2012 in Essen

P. Wendelin wurde am 2. Oktober 1926 in Wielatsried / Fronhofen als Sohn des Landwirts Paul Reisch und dessen Ehefrau Anna, geb. Neher geboren. Bei der Taufe erhielt er den Namen Hubert Josef. Dabei erinnerte der Name Josef an seinen früh verstorbenen Bruder, wie später seiner Ordensname Wendelin an seinen im Krieg gefallenen Bruder.

Über das Erzbischöfliche Abendgymnasium in Neuss bekam er Kontakt zur Kölnischen Franziskanerprovinz, in die er dann später auch eintrat. Der Schwabe wurde zu einem echten „Colonen“, dem die Provinz Colonia ans Herz gewachsen war. Ihr stellte er sich auf seinem Weg in der Nachfolge Christi nach dem Beispiel des hl. Franziskus ganz zur Verfügung.

Nach seiner Priesterweihe am 15. September 1962 war er zuerst Kaplan in Neviges (1963 – 1969), anschließend Rektor im Studienheim Antonianum der Kölnischen Franziskanerprovinz in Neuss (1969 – 1974).

Schon bald gewann er das Vertrauen der Mitbrüder, die ihn mehrmals als Definitor in das Leitungsgremium der Provinz wählten.

Seine geistliche Lebensführung, sein Pflichtbewusstsein und seine Brüderlichkeit bescherten ihm bis in seine letzte Lebensjahre hinein Leitungsaufgaben als Guardian, Vikar, Novizenmeister und Junioratsleiter.

Ein besonders Geschenk und eine wertvolle Erfahrung waren für ihn die Jahre 1981 bis 1983, in denen er in Wuppertal in einem Neubaugebiet als Armer unter den Armen leben durfte.
Anschließend war er Pfarrer in Euskirchen (1983 – 1992) und Mönchengladbach (1992 – 1994).

Kraft für sein Leben und Tun schöpfte P. Wendelin aus vielen Pilgerfahrten zu den Ursprungsstätten unseres Ordens in Assisi und Umgebung, bei denen er den Mitpilgern den Geist des hl. Franziskus und der hl. Klara erschloss und manche Pilgerreise zu einem bleibenden Erlebnis gemacht hat.

Seit dem 16. Januar 2009 lebte er im Katholischen Altenpflegeheim St. Georg in Essen und freute sich immer, wenn er bei den Brüdern war, sei es in Neviges oder in Essen.

In den frühen Morgenstunden des 23. August 2012 ist P. Wendelin friedlich entschlafen. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Ostfriedhof in Essen.

In den langen Jahren seines priesterlichen Wirkens war sein Gottesdienst immer auch Dienst am Menschen. Bis zuletzt war er für viele Seelsorger und Wegbegleiter. Sie werden es ihm danken und dem Herrgott, der uns P. Wendelin geschenkt hat.

Sein Goldenes Priesterjubiläum, das wir mit ihm feiern wollten und zu dem schon die Einladungen versandt waren, darf er nun, so glauben wir, in der Herrlichkeit des Herrn feiern. Gott schenke ihm die Erfüllung des Lebens in seiner Herrlichkeit.

P. Benno (Bartholomäus) Fischer
† 8. August 2012 am Pilgerschrofen/Nordwand (Füssen)

„Ich fahre nach Pflach, gehe zum Pilgerschrofen und über die 12 Apostel zum Säulinghaus. Ich möchte bis 14 oder 15 Uhr zurück sein.“ Diese Nachricht hinterließ der Guardian des Franziskanerklosters Füssen, P. Benno Fischer, am Mittwoch,
dem 8. August 2012. Als er zur angegebenen Zeit nicht zurück war, auch nicht zur Abendmesse um 18.30 Uhr, wurde die Polizei verständigt, die umgehend die Bergwacht einschaltete. Erst am folgenden Tag konnte diese P. Benno finden: Er war an der Nordwand des Pilgerschrofens abgestürzt, hundert oder mehr Meter tief – der Tod musste sofort eingetreten sein. Die Bestürzung im Kloster Füssen war groß.

Kurz sei sein Weg in Orden und Priestertum vorgestellt: P. Benno, mit Taufnamen Bartholomäus, wurde am 31. Juli 1941 in Nettelkofen bei Grafing, Kreis Ebersberg als zweites von sechs Kindern geboren. Seine Eltern Bartholomäus und Maria Fischer betrieben dort eine Landwirtschaft. Nach den ersten Jahren der Volksschule in Grafing trat er 1952 in das Seminar der Bayerischen Franziskanerprovinz in Freystadt ein, wo er sich zur Aufnahmeprüfung für die 2. Klasse des Gymnasiums vorbereitete. Von 1953 bis 1961 besuchte er in Landshut das Hans-Carossa-Gymnasium. Nach bestandenem Abitur bat er sogleich um die Aufnahme in den Franziskanerorden.

Am 10. September 1961 wurde er im Noviziatskloster Dietfurt eingekleidet und bekam den Ordensnamen Benno. Nach der Einfachen Profess ging er zum Studium an die Philosophisch-Theologischen Hochschule der Franziskaner im Kloster St. Anna in München. Seine Feierliche Profess legte er am 12. September 1965 in Freystadt ab; die Priesterweihe empfing er am 23. Juli 1967 in München.

Nach dem Pastoraljahr war der erste Einsatzort von P. Benno das Vorbereitungs-Seminar der Bayerischen Franziskanerprovinz in Freystadt, wo auch er selbst zuerst im franziskanischen Leben Wurzeln gefasst hatte. Schnell zeigte sich dort sein Geschick im Umgang mit den Lernenden, und das Pädagogisch-Didaktische sollte weite Strecken seines Lebens bestimmen. So studierte er noch in Regensburg für das Lehramt und legte dort auch die Erste und die Zweite Lehramtsprüfung ab. Für einige Jahre war er dann ein außerordentlich beliebter Grundschullehrer.

Nach der Aufhebung der provinzeigenen Seminarien wurde P. Benno die Leitung eines neu konzipierten Postulates in Eggenfelden übertragen, eine Aufgabe, die er von 1981 bis 1988 in unvergesslicher Weise erfüllte. So war es nur natürlich, dass P. Benno, nachdem die Ordensprovinz wieder ein eigenes Noviziat hatte, zum Noviziatsleiter berufen wurde, eine Aufgabe, die er von 1992 bis 1994 wahrnahm – bis das Noviziat in Tölz von dem gemeinsamen Noviziat der deutschen Franziskaner in Nürnberg abgelöst wurde.

P. Benno war immer bereit, sich von liebgewonnenen Aufgaben zu trennen und neue zu übernehmen, wo es erforderlich war. So konnte er auch eingesetzt werden als Spiritual bei den Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen, dies zweimal, von 1988 bis 1992 und dann nochmals von 2004 bis 2006.

Neben seinen Hauptaufgaben in der spirituellen Formung von Ordensangehörigen war P. Benno immer zur Mithilfe in den Klöstern bereit – als Wallfahrtsseelsorger, als Krankenseelsorger, als Aushilfspater. In Hammelburg und in Eggenfelden war er zudem noch Hausoberer. Zweimal war er dann auch Guardian im Kloster Füssen, zunächst von 1998 bis 2004 und dann nochmals ab 2006. Durch die Fusion der vier deutschen Franziskanerprovinzen bedingt, hätte sich seine Amtszeit bis zum Provinzkapitel 2013 verlängert. Das anzunehmen ist ihm nicht leicht gefallen – und dazu ist es nun auch nicht mehr gekommen.

„Ich fahre nach Pflach, gehe zum Pilgerschrofen und über die 12 Apostel zum Säulinghaus. Ich möchte bis 14 oder 15 Uhr zurück sein. Bitte das Glashaus aufmachen! Benno.“
So sehr es uns alle erschütterte, dass ihn sein Weg nicht mehr zum Säulinghaus führte, und auch nicht zurück zu uns, so sehr drückt der Hinweis auf das Glashaus seinen vollen Einsatz und seine Hingabe im Amt des Hausoberen aus. Wer weiß, worum er sich sonst noch sorgte in Kirche, Haus und Garten! Bald werden wir es schmerzlich zu spüren bekommen, welch große Lücke er hinterläßt.

P. Benno fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof des Franziskanerklosters in Füssen. R.I.P.

P. Volkwin (Bernhard) Weimert
† 1. August 2012 im Kloster Frauenberg, Fulda

Bernhard Weimert wurde am 6. Januar 1929 in Gissigheim bei Tauberbischofsheim geboren. Sein Vater August Weimert und seine Mutter Helene, geb. Dörr, schenkten Bernhard und seinen Geschwistern eine gute, religiöse Erziehung. Nach dem Schulabschluss arbeitete Bernhard als Bäckergeselle. 1946, ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, entschloss er sich, im Seminar der Franziskaner in Hadamar zu leben und den Unterricht am städtischen Gymnasium zu besuchen.

Mit 21 Jahren fasste er den Entschluss, das Noviziat der Thüringischen Franziskanerprovinz in Bad Soden / Salmünster zu beginnen und den Ordensnamen „Volkwin" anzunehmen. Die Einkleidung vollzog der Custos P. Sebastian Krebs am
19. April 1950. Die Feierliche Profess legte Volkwin am 21. April 1954 in Sigmaringen-Gorheim in die Hände von P. Romuald Bopp ab.

Volkwin studierte Philosophie in Gorheim und Theologie im Kloster Frauenberg in Fulda. Am 17. März 1956 wurde er von Bischof Dr. Johannes Dietz in Fulda zum Priester geweiht.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Wangen im Allgäu verbrachte P. Volkwin drei Jahre als Kaplan in Kirchhain und ein Jahr als Präfekt in Watersleyde bei Sittard. Von 1961 bis 1964 war er Magister für die jungen Brüder in Fulda. Von 1964 bis 1976 wirkte
P. Volkwin als Kurat in Kelkheim-Hornau; von 1976 bis 1979 war er Guardian in Kelkheim. In der Zeit von 1979 bis 1988 wirkt er segensreich in Mannheim als Vikar, später als Pfarrer und Guardian. Dann rief ihn die Provinzleitung nach Freiburg, wo er von 1988 bis 2004 geschätzt und engagiert in folgenden Aufgaben arbeitete: Vikar des Konventes, Seelsorger im Loretto-Krankenhaus, Pfarrvikar von St. Johann,
St. Cyriak und Perpetua und St. Agatha in Horben / Schwarzwald. 2007 siedelte Volkwin in die Kranken- und Pflegestation des Klosters Frauenberg in Fulda über.

Am Vormittag des 1. August 2012 gab er gut vorbereitet sein irdisches Leben dem Herrn über Leben und Tod zurück. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof des Klosters Frauenberg in Fulda. R.I.P.

Br. Diego (Paul) Löcherer
† 30. Juni 2012 in Santa Cruz (Bolivien)

Br. Diego wurde am 27. April 1923 in München geboren und am 10. Mai 1923 in St. Ludwig auf den Namen Paul getauft. Seine Mutter Klara Franziska Löcherer, geb. Brasholz, starb an Krebs, als Paul 12 Jahre alt war. Sein Vater Paul Löcherer war Bank- und Versicherungsbeamter und kam am Ende des Kriegs im März 1945 bei einem Fliegerangriff ums Leben. So blieb ihm danach nur noch seine drei Jahre ältere Schwester, mit der er bis zu ihrem Tod einen engen Kontakt pflegte.
Im April 1929 kam Paul auf die Volksschule an der Amalienstraße in München. Nach sieben Jahren schaffte er den Übertritt auf die städtische Wirtschafts-Aufbauschule, die er im März 1940 erfolgreich beendete. Anschließend war er bis August 1941 zunächst Praktikant am chemischen Universitätslaboratorium und am Consortium für elektrochemische Industrie.
Im zweiten Weltkrieg wurde Paul Löcherer zu den Gebirgsjägern nach Oberammergau eingezogen, deren 4. Gebirgsdivision im Frühjahr 1942 nach Südrußland verlegt wurde. Wegen Gelbsucht lag er dort vier Wochen im Feldlazarett.
Nach dem Krieg besuchte er von Juli 1946 bis Juli 1948 die Berufsschule für Gärtner, lernte in einer Münchner Gärtnerei Blumen- und Zierpflanzenbau und beendete seine Lehrzeit erfolgreich mit der Prüfung als Gärtnergehilfe. Anschließend widmete er sich bis zum 3. August 1950 noch einem zweijährigen Studium in Weihenstephan, das ihn zum staatlich geprüften Gartenbautechniker der Fachrichtung Obst- und Gemüsebau befähigte.
Am 29. September 1950 wurde Paul Löcherer als Garten-Kandidat im Alter von 27 Jahren in die Bayerische Franziskanerprovinz aufgenommen und zunächst dem Kloster Miltenberg zugewiesen. Ab dem 1. September 1951 wurde er als Postulant geführt und kam als solcher am 24. Oktober 1951 nach Dietfurt. Dort begann er mit der Einkleidung am 3. März 1952 sein Noviziat mit dem Ordensnamen Didacus. Nach dem Noviziat wurde er als Gartengehilfe auf den Engelberg versetzt, wo er sieben Jahre fleißig und gewissenhaft arbeitete.
Seine Feierliche Profess legte er am 7. März 1956 in Dietfurt in die Hände von Provinzial Tharsicius Sibold ab. Mitte Juli 1960 wurde er auf eigenen Wunsch nach Berching versetzt, wo er aber nur ein Jahr als Gärtner und Beauftragter der Berufepastoral tätig war. Im August 1961 wechselte er noch für ein Jahr nach Nürnberg St. Ludwig, wo er erneut den großen Garten versorgte. Als er dann am 21. November 1962 nach Bolivien ausgesandt wurde, war aus Bruder Didacus nun Bruder Diego geworden. Hier kümmerte er sich im Konvent S. Antonio in Santa Cruz als Procurator für die Verwaltung der Finanzen und half überall im Haus mit. Nach der Errichtung der Bolivianischen Vikarie am 16. Juli 1984 ließ er sich in die neue Entität inkorporieren.
In den letzten Jahren hatte Bruder Diego zunehmend gesundheitliche Probleme. 2007 verbrachte er deswegen einige Wochen in St. Anna in München, ließ es sich aber nicht nehmen, doch wieder nach Bolivien zurück zu kehren. Hier legte er am 30. Juni 2012 in einem Krankenhaus in Santa Cruz sein Leben zurück in die Hand seines Schöpfers. Bereits einen Tag später, am 1. Juli, wurde er in Santa Cruz begraben.
Bruder Diego war ein überzeugter und überzeugender Minderbruder, der in seiner einfachen und freundlichen Art, in seiner Zähigkeit und seiner Ausdauer, in seiner großen Einsatzbereitschaft und seiner echten Frömmigkeit froh und voller Vertrauen seinen Lebens- und Glaubensweg zurück gelegt hat. Der Herr schenke ihm nun seine ewige Freude.

P. Felix (Karl) Mayer 
† 3. Juni 2012 in Rüdesheim

Am Abend des Hochfestes der Heiligsten Dreifaltigkeit verstarb im Krankenhaus zu Rüdesheim am Rhein unser Bruder P. Felix Mayer im Alter von 75 Jahren. Durch seine langjährige Krankheit und sein kurzes, schweres Leiden hat der Herr ihn auf diesen Augenblick vorbereitet. P. Felix wurde am 18. August 1936 in Freiburg / Breisgau geboren und auf den Namen Karl getauft.
Nach einer Gärtnerlehre trat er 1957 in den Franziskanerorden ein und war dann Gärtner in Fulda, Gorheim und Bornhofen. Im Dezember 1962 wurde er als Küster in das Wallfahrtskloster Marienthal versetzt, wo er mehr als 10 Jahre lang ideenreich und tatkräftig den Ausbau des Wallfahrtsortes mitgestaltete. Sein von Jugend an gehegter Wunsch, Priester zu werden, erfüllte sich nach einem Studium auf der Spätberufenenschule in Lantershofen und in St. Peter / Schwarzwald mit der Priesterweihe am 7. Mai 1978. Danach übte er seinen priesterlichen Dienst aus als Wallfahrtsseelsoger in Marienthal, Umgebungsseelsorger, FG-Assistent und Schwesternseelsorger in Fulda, Guardian, Gefängnisseelsorger und Umgebungsseelsorger in Ulm, Vikar, Provinzassistent der FG und der FG-Rottenburg / Stuttgart in Sigmaringen und Ulm, Schwesternseelsorger in Siessen und ab 2004 Seelsorger in Wangen / Allgäu, wo er besonders das Altenheim St. Vinzenz betreute. Es fiel ihm überaus schwer, dass er am 7. Januar 2010 auf die Alten- und Krankenstation nach Fulda versetzt wurde. Im August des gleichen Jahres bat er um Aufnahme in das Kloster Marienthal, die wir ihm gerne gewährten. Als angenehmer und fleißiger Mitbruder und von vielen geschätzter Seelsorger versah er hier die Pforte und übernahm auch Gottesdienste am Wallfahrtsort. Im Herzen mit allen versöhnt, ersehnte er den Himmel und starb in der vollen und bewussten Annahme seines Todes, umgeben von sieben indischen Schwestern, die ihn mit ihren Gebeten und mit Streuen von Rosenblättern (ein indischer Brauch) in die Ewigkeit geleiteten. P. Felix fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friefhof des Klosters Marienthal. R.I.P.


P. Roland (Georg) Bramkamp
† 2. Juni 2012 in Dortmund

P. Roland wurde am 10.12.1932 in Essen geboren. Nach den gymnasialen Studien trat er am 29. April 1954 in den Franziskanerorden ein, an den er sich am 1. Mai 1958 durch die Feierliche Profess endgültig band. Seine philosophisch-theologischen Studien absolvierte er an der Johannes-Skotus-Akademie der Franziskaner in Mönchengladbach. Am 10. September 1960 wurde er von Weihbischof Friedrich Hünermann zum Priester geweiht.

Von 1961 bis 1992 war P. Roland in den Franziskaner-Kollegien Exaten (Holland) und Vossenack (Eifel) als Erzieher und Religionslehrer tätig. Während dieser Zeit engagierte er sich auch als Missionssekretär der damaligen Kölnischen Franziskanerprovinz für die Mission in Taiwan und nach einem Besuch in Kamerun auch für Leprakranke in Afrika und später ebenso in Indien.

1992 wurde er nach Neviges versetzt und sorgte sich als Guardian und Wallfahrtsleiter tatkräftig um den Wallfahrtsdom „Maria, Königin des Friedens“ und die zahlreichen Pilger bis zu seiner Erkrankung 2001. Seinen Lebensabend verbrachte er seit September 2010 im „Bruder-Jordan-Haus“ in Dortmund.

Pater Roland war in seinem Leben immer bereit anzupacken, wo Hilfe gebraucht wurde. Wir sind ihm von Herzen dankbar für seine vielfältigen Dienste in unseren Klöstern und trauern mit seinen Angehörigen um einen engagierten Franziskaner. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Ostfriedhof in Dortmund. R.I.P.

P. Dr. Philipp Seidensticker
† 27. März 2012 in Paderborn

Philipp Seidensticker wurde am 6. August 1919 in Paderborn geboren. Am 28. März 1937 wurde er in Warendorf eingekleidet. Von 1940 bis 1945 wurde er von der deutschen Wehrmacht zum Kriegsdienst eingezogen. Nach dem Ende des Krieges konnte er ab September 1945 das Theologiestudium fortsetzen. Am 8. März 1948 wurde er zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe begann er das Studium der Neutestamentlichen Exegese in Münster, Rom und Jerusalem. P. Philipp schloss sein Studium am 28. Juli 1952 mit der Promotion zum Dr. theol. an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster ab. Nach weiteren Studien in Rom und in Jerusalem erwarb er am 17. Juni 1953 in Rom zusätzlich den Titel des Lic. Bibl. Von 1954 bis 1979 war er Dozent für Neutestamentliche Exegese an der Ordenshochschule der Franziskaner in Münster und Paderborn sowie an der Theologischen Fakultät der Erzdiözese Paderborn. Im Rahmen seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre veröffentlichte er zahlreiche Schriften und Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften. P. Philipp verstarb am 27. März 2012 in Paderborn. Seine letzte Ruhestätte fand er auf der Grabstätte der Franziskaner in Paderborn. R.I.P.

P. Norbert Plogmann 
† 26. Februar 2012 in München

Norbert Plogmann wurde am 20. Oktober 1954 in Hagen a.T.W. als viertes von fünf Kindern der Eheleute Johannes und Maria Plogmann geb. Spellbrink geboren und verbrachte seine Kindheit in Georgsmarienhütte. Er besuchte fünf Jahre die Volksschule in Georgsmarienhütte und wurde 1966 in das Kolleg St. Ludwig in Vlodrop (Niederlande) der Sächsischen Franziskanerprovinz aufgenommen. Dort bestand er am 12. Juni 1974 das Abitur. Im September 1974 begann er das Noviziat in Attendorn. Am 17. Mai 1980 legte er die Feierliche Profess ab. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Franziskaner und Kapuziner in Münster und der Ludwigs-Maximilians-Universität in München wurde er am 28. März 1981 in Münster zum Priester geweiht. Von 1981 bis 1986 war er in Hagen (Westf.) und Paderborn in der Pfarrseelsorge und in der Krankenhausseelsorge tätig. 1986 wurde er Mitarbeiter im Seelsorgeteam der von der Sächsischen Franziskanerprovinz übernommenen Pfarrei St. Ludwig in Berlin Wilmersdorf. Dort engagierte er sich besonders in der Jugendarbeit und in der Arbeit mit den HIV-Infizierten und Aidskranken. Nach dem Fall der Mauer, im Januar 1992, wechselte er vom Westteil in der Ostteil Berlins und wurde Guardian im Kloster Berlin Pankow, wo er tatkräftig der Arbeit des Klosters eine neue Ausrichtung gab und sich für die Arbeit in der Suppenküche engagierte. 

Im Sommer 2001 wählten die Brüder der Sächsischen Franziskanerprovinz P. Norbert zu ihrem Provinzialminister, 2007 wurde er für eine zweite Amtszeit von drei Jahren wieder gewählt. In diesen Jahren hat er auch die vielen oft mühsamen Schritte zur Vereinigung der vier Franziskanerprovinzen in Deutschland gemeinsam mit den Provinzialministern der anderen Provinzen entscheidend mit geplant und mitgestaltet. 

Die Generalleitung des Ordens ernannte P. Norbert dann zum ersten Provinzialminister der neuen Deutschen Franziskanerprovinz von der hl. Elisabeth mit Sitz in München, die am 1. Juli 2010 errichtet wurde. Mit Tatkraft und Entschlossenheit nahm er die nicht leichte Aufgabe auf sich, nach der organisatorisch vollzogenen Vereinigung der vier ehemaligen Provinzen auch den inneren Zusammenhalt der neuen Provinz zu fördern und zu festigen. 

Im Sommer 2011 musste er sich einer Magenoperation unterziehen, die jedoch nicht die gewünschte Heilung brachte; eine weitere Operation wurde notwendig, die jedoch auch ohne Erfolg blieb. P. Norbert verstarb in den frühen Morgenstunden des 26. Februar 2012 in der Isar-Klinik in München. Er wurde auf dem Friedhof beim Franziskanerkloster Ohrbeck in Georgsmarienhütte beerdigt. Requiescat in pace. 

P. Gerold Schmitz
† 17. Januar 2012 in Fulda

Josef Schmitz wurde am 21. März 1926 in Euskirchen als zweites von sieben Kindern geboren. Sein Vater Winand und seine Mutter Maria, geb. Josten, setzten dem äußeren Druck des Naziregimes die tief verwurzelte Kraft des Glaubens entgegen. In den letzten Kriegsjahren war Josef Flakhelfer, es folgten ein kurzfristiger Einsatz beim Reichsarbeitsdienst und die Einberufung zur Wehrmacht. 1944 musste Josef zum Einsatz an die Westfront. Nach englischer Kriegsgefangenschaft konnte er 1947 sein Abitur machen. 

Im Juni 1947 wurde er in Rietberg unter dem Namen Gerold in den Franziskanerorden aufgenommen und legte 1951 die ewigen Gelübde ab. Am 25. Juli 1953 wurde er in Aachen zum Priester geweiht. Sein erster Einsatzort war das Kloster Mörmter. Ab 1958 bis 1970 war er in der Missionsarbeit tätig, vornehmlich in der Mission auf Taiwan als einer der ersten Missionare der damaligen Provinz Colonia, aber auch in der Missionszentrale der Franziskaner in Bad Godesberg. 

Nach seiner Rückkehr in die Heimat arbeitete er in der Pfarr- und Krankenhausseelsorge, so als Pfarrer von Rupperath, Geisfeld und Brunskappel. Seit 1996 war er Hausgeistlicher im Alten- und Pflegeheim St. Josef in Hallenberg. Im Juni 2005 siedelte er als Bewohner in das Geschwister-Louis-Haus in Hürtgenwald über. 

Im November 2010 kam er auf unsere ordenseigene Kranken- und Altenstation auf dem Frauenberg in Fulda. Hier verbrachte er seinen letzten Lebensabschnitt im Kreis seiner Mitbrüder. Die Beschwerlichkeiten und Krankheiten des Alters nahmen zu. Am 1. Dezember 2011 wurde er in das Klinikum der Stadt Fulda aufgenommen, wo er sich einer Darmoperation unterziehen musste. Von dieser Operation hat er sich nicht mehr richtig erholt. Nach der Verlegung in die geriatrische Abteilung des Herz-Jesu-Krankenhauses in Fulda verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erneut. Am 17. Januar 2012 gegen 14.00 Uhr gab P. Gerold sein irdisches Leben in die Hände des Schöpfers zurück. Bewusst und gläubig, gestärkt mit dem Sakrament der Krankensalbung, ging er den letzten Weg, um am Leben und an der Freude Gottes teilzunehmen. P. Gerold fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof des Klosters Frauenberg in Fulda. Der Herr schenke ihm den Frieden und die Vollendung. 

Br. Clemens Werner 
† 19. Dezember 2011 im Kloster Frauenberg, Fulda

Paul Werner wurde am 1. November 1920 in Kassel geboren. Der Vater Heinrich Werner und die Mutter Berta, geb. Müller, wohnten dort mit ihren Kindern. Dort überstand die Familie die schwierige Zeit des Nationalsozialismus, die Phasen des Krieges und der Nachkriegsjahre. Paul konnte 1949, als sich das Leben in Deutschland normalisiert hatte, den Schritt ins Kloster tun. 1951 wird er in den Ersten Orden des hl. Franziskus aufgenommen und erhält den Ordensnamen Clemens. Die Feierlichen Gelübde legt er 1955 vor Provinzial Deochar Gredig in Salmünster ab.

Als gelernter Gärtner setzt er seine Fähigkeiten und die Freude an Gartengewächsen und Blumen gekonnt in Fulda und Rastatt ein. Zur Mithilfe im Haus- und Küchenbereich nach Großkrotzenburg versetzt, erledigt er gewissenhaft und korrekt die dort anfallenden Arbeiten. Als die Gartenarbeit in diesem Konvent von anderen Brüdern übernommen wird, folgt er dem Ruf der Provinzleitung nach Fulda und später nach Freiburg. Dort erledigt er wiederum die Aufgaben eines Pförtners und Telefonisten sowie die Besorgung des Speisesaals. Ab 1990 hilft er in Fulda auf dem Frauenberg nach Kräften mit in den häuslichen Arbeiten und in der Küche. Mit offenen Beinen hat Br. Clemens immer seine Last, aber von der treuen Pflichterfüllung lässt er sich nicht abhalten. 

Ab 2004 findet er in der Alten- und Krankenstation auf dem Frauenberg Aufnahme. Dort besorgt er bis Ende 2010 das Speisezimmer und sorgt für die Sakristei der Kapelle. Seine Hilfsbereitschaft und stete Freundlichkeit finden auch dort Anerkennung und Lob. Br. Clemens fand seine letzte Ruhestätte auf dem Klosterfriedhof auf dem Frauenberg in Fulda. R.I.P. 

Br. Verecund Scheffel
† 3. Dezember 2011 in Kamp-Bornhofen 

Bruder Verecund Scheffel wurde am 7.6.1914 in Döringsdorf / Eichsfeld geboren und erhielt bei der Taufe den Namen Heinrich. Seine tiefreligiösen Eltern, das gemeinsame Gebet, die harte Landarbeit und das einfache, arme, arbeitsame Leben der zahlreichen Familie prägten seine Kindheit und damit auch sein weiteres Leben. Schon mit 13 Jahren ging er in das Kolleg Watersleyde nach Holland und erlernte dort den Schneiderberuf. 

Seine Einkleidung zum III. Orden des hl. Franziskus war am 19. März 1931, die Profess darin am 29. März 1932, die Einkleidung zum I. Orden am 22. August 1934 und die Feierliche Profess schließlich am 19. November 1938. Stationen seines Lebens als Schneider und Pförtner waren, unterbrochen vom Kriegsdienst im 2. Weltkrieg: Fulda, Salmünster, Weggental, Watersleyde, Bornhofen und schließlich Marienthal, wo er mehr als 30 Jahre in Pforte und Haus und in der nahen und fernen Umgebung segensreich wirkte. Bruder Verecund versah seinen Dienst immer fromm, verantwortungsbewusst, fleißig und mit einem gesunden Menschenverstand. In seinem Leben als Franziskaner, das auch harte Zeiten für ihn bereithielt, war er vorbildlich. 

Kontaktfreudig wie er war, pflegte er viele Beziehungen in der nahen und weiten Umgebung, im In- und Ausland, auch mit hochgestellten Persönlichkeiten, wie z. B. mit Königin Silvia von Schweden. Das Marienthaler Gnadenbild brachte er in viele ost- und nordeuropäische Länder und setzte sich ein für das Fatima-Apostolat, wofür die von ihm erbaute Fatimakapelle in seinem Heimatort ein Zeugnis ist. Da er die Armut als Kind erlebt hatte, waren ihm die Armen an der Pforte und in der Welt immer ein Anliegen. Die letzten zehn Monate seines langen Lebens verbrachte er – liebevoll gepflegt – im Altenheim Haus Marienberg in Bornhofen. Br. Verecund fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof des Klosters Marienthal. R.I.P.

 

P. Dieter Sommer 

 18. November 2011 in Dorsten

 

Franz Sommer wurde am 8. Juli 1930 als drittes Kind der Eheleute Franz und Emma Sommer in Bochum geboren. Nach dem Abitur trat er am 25. April 1950 in den Franziskanerorden ein und führte von nun an den Ordensnamen Dieter. Am 26. April 1954 verpflichtete er sich durch die ewige Profess zum franziskanischen Lebensweg und empfing am 22. Mai 1956 in Paderborn durch Erzbischof Lorenz Jäger die Priesterweihe.

Die Ordensoberen baten ihn, sich durch ein Zweitstudium auf den Lehrerberuf in einem der Gymnasien der damaligen Sächsischen Franziskanerprovinz vorzubereiten. So begann er an der Universität Kiel das Studium der klassischen Philologie mit den Sprachen Latein und Griechisch. 1966 bestand er das Staatsexamen. Das Referendariat absolvierte er in Bochum und schloss es mit dem Assessorexamen ab. Von da an war er als Gymnasiallehrer tätig, zunächst am Johanneum in Wadersloh und später im Kolleg St. Ludwig, Vlodrop (Niederlande) und schließlich seit 1978 am bischöflichen Gymnasium Ursulaschule in Osnabrück. Wegen seiner organisatorischen Fähigkeiten wurde ihm die Stundenplanung anvertraut. Mit großer Hingabe versuchte er, den Wünschen der Kollegen und Kolleginnen zu entsprechen. Er scheute keine Zeit und Mühe in diesem Dienst, war er doch ein Mensch, den Hilfsbereitschaft kennzeichnete. Sein qualifizierter Dienst wurde durch die Ernennung zum Studiendirektor anerkannt.

Nachdem er aus Altersgründen seinen Lehrerdienst beendet hatte, arbeitete er ehrenamtlich für die Schulbibliothek. P. Dieter besaß große handwerkliche Fähigkeiten und setzte diese auch gern im Dienst der Mitbrüder im Kloster ein. Wo auch immer er einem Menschen einen Gefallen tun konnte, war er zur Stelle. Deshalb steht sein Andenken bei allen, die mit ihm zusammen waren, hoch in Ehren. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Dorsten. Requiescat in pace. 

P. Markus Schulz 
† 19. September 2011 in Lippetal-Hovestadt 

Markus (Wilhelm) Schulz wurde am 18. November 1938 in Velen geboren. Nach einer Ausbildung zum Maurer besuchte er das Gymnasium der Franziskaner in Bardel mit dem Ziel, dort das Abitur zu machen. Am 1. September 1961 trat er in Dietfurt als Novize der Schlesischen Franziskanerprovinz in das Noviziat ein. Nach dem Noviziat begann er das Theologiestudium an der Hochschule der Bayerischen Franziskanerprovinz in München, wo damals auch die anderen Kleriker der Schlesischen Franziskanerprovinz studierten. Am 12. September 1965 legte er in Hannover, dem Sitz des Provinzialates der Schlesischen Franziskanerprovinz, die Ewige Profess ab. Am 23. Juli 1967 wurde er in St. Gabriel in München zum Priester geweiht. 

Nach dem Kuraexamen 1968 setzte ihn die Provinzleitung der Schlesischen Franziskanerprovinz zunächst als Lehrer in der ordenseigenen Schule in Ottbergen und als Seelsorger in Wöhle ein. Markus äußerte jedoch bald den Wunsch, für einige Zeit in der Sächsischen Franziskanerprovinz zu leben und wandte sich deshalb an den Guardian des Klosters in Münster, der sich bereit erklärte, ihn für einige Zeit in Münster aufzunehmen. So lebte Markus ab dem 1. Juli 1969 in Münster und übernahm dort seelsorgliche Aufgaben. 

 Im Mai 1971 stellte Markus den Antrag, in die Sächsische Franziskanerprovinz übertreten zu dürfen, mit der Begründung, dass er aufgrund des Noviziates und des Studiums in Bayern sich in der Schlesischen Provinz nicht beheimatet fühle. Da er sich in Münster in der Pfarrei St. Martini in der Seelsorge bewährt hatte und sich vor allem Menschen in Notlagen zugewandt hatte, gab das Definitorium der Saxonia seine Zustimmung zu dem Übertritt, der zum 11. Juni 1971 vollzogen wurde. 

 In der Saxonia gestaltete sich das Leben von Markus recht wechselhaft. Er war hauptsächlich in der Pfarrseelsorge tätig, blieb jedoch nie lange an einem Ort. In den Pfarreien erfuhr er Anerkennung als engagierter Seelsorger, daneben aber auch manche Kritik. Im Umgang mit Vorgesetzten im Orden und in den Diözesen und im Umgang mit Mitarbeitern tat er sich schwer. Markus war von 1971 bis 2000 unterschiedlich lang in mehreren Pfarreien in den Diözesen Hildesheim, Münster und zuletzt Paderborn tätig. 

 Die Zeit im Erzbistum Paderborn war auch seine beste Zeit. In Halingen wirkte er über zehn Jahre. Hier entwickelte sich auch eine tragende freundschaftliche Verbindung zu dem damaligen Pfarrer von Fröndenberg Franz Josef Bode, dem späteren Paderborner Weihbischof und Osnabrücker Diözesanbischof. Von Halingen wechselte er nach Lippetal Hovestadt, seiner letzten Stelle. Dort lebte und wirkte er von 2000 bis 2011. 

 Eine seiner Stärken war es – auch wohl aufgrund seiner Ausbildung als Maurer – Kirchen, Pfarrhäuser und Pfarrheime zu renovieren. Dabei war es sein Stolz, dass die Endabrechnung fast immer unter den Voranschlägen lag und dass die meisten Bauten auch mit Abschluss der Baumaßnahme finanziert waren. Dies brachte ihm auch viel Anerkennung ein. 

 Als Seelsorger hat er sich leidenschaftlich engagiert, dass in seinen Gemeinden und in den Nachbargemeinden kein Gottesdienst ausfallen musste, auch wenn er dafür mehrere Gottesdienste am Sonntag zu feiern hatte. Seine besondere seelsorgliche Zuwendung galt denen in seinen Gemeinden, die es im Leben schwer hatten. Diese Zuwendung war auch wohl darin begründet, dass Markus es selbst nicht leicht hatte und dass Depressionen ihm sehr zu schaffen machten.

 Markus litt schon als Student in München an Diabetes; diese und auch andere Krankheiten machten ihm mehr und mehr zu schaffen. 2011 war sein Gesundheitszustand insgesamt so schlecht geworden, dass er am 1. Juni in das Pflegeheim St. Ida-Stift in Lippetal-Hovestadt umziehen musste. Am 10. September 2011 war der Tag seinen 50-jährigen Ordensjubiläums. Die Feier dieses Jubiläums hatte er für den 3. Oktober geplant. Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück hatte bereits zugesagt, die Festpredigt zu übernehmen. Markus sollte jedoch diesen Tag, auf den er sich sehr gefreut hatte, nicht mehr erleben. Er starb am 19. September 2011 in Hovestadt. Seine letzte Ruhestätte fand er auf der Grabstätte der Franziskaner in Werl. R.I.P. 

 

P. Gottfried Bauerdick 
† 17. September 2011 in São Luís (Brasilien)

 P. Gottfried wurde am 25. Juli 1927 in Sundern geboren. Bevor er das Gymnasium mit dem Abitur abschliessen konnte, wurde er Anfang 1944 mit 16 Jahren zu Wehrübungen und dann zum Wehrdienst zunächst in Deutschland und gegen Ende des Jahres in Dänemark eingezogen. Gleich nach Kriegsende am 8. Mai 1945 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen und konnte dann das Abitur machen. Am 8. September 1947 trat er in den Franziskanerorden ein. Nach dem Noviziat studierte er in den Jahren 1948 bis 1954 in Warendorf und Paderborn Philosophie und Theologie. Die Priesterweihe empfing er am 6. August 1953 in Paderborn. 

P. Gottfried hatte den Wunsch, in die Mission im Nordosten Brasiliens zu gehen. Mit einem Kurs in tropischer Medizin bereitete er sich auf diesen Schritt vor. Am 2. Februar 1955 wurde er in der Wallfahrtsbasilika in Werl feierlich ausgesandt. Am 1. Mai erreichte er São Luís. Am 28. August wurde er nach Bacabal versetzt. Bis 1964 arbeitete P. Gottfried in der Pfarrei Santa Teresinha in Bacabal, zunächst drei Jahre als Kaplan und dann als Pfarrer. Als wichtige Ereignisse erwähnte P. Gottfried selbst die „Katechetische Woche“ mit Bischof Fragoso im Jahre 1957 und die begeisternden Landwochen 1958, die von Bischof José Delgado und dem Landwirtschaftssekretariat gestaltet wurden, um das Leben und die Arbeit auf dem Lande zu verbessern. 1964 wurde P. Gottfried für 6 Jahre als Pfarrer in die Pfarrei N. S. da Glória e São Judas Tadeu nach São Luís versetzt. In diesen Jahren fassten die Bewegungen der Katholischen Arbeiterjugend (JOC) und der Katholischen Arbeiterbewegung (ACO) [heute Christliche Arbeiterbewegung genannt] in der Pfarrei Fuss, ebenso wie die Arbeiterpastoral (PO) und die Katholische Landjugend (JAC), mit denen man neue Formen der Evangelisierung suchte. 

P. Gottfried übernahm in den Jahren 1967 bis 1969 das Amt des kirchlichen Assistenten der JOC und ACO, und in dieser Funktion reiste er viel durch das Landesinnere von Maranhão und lernte die schwierigen Verhältnisse der Landarbeiter in verschiedenen Dörfern aus der Nähe kennen. Es waren die Jahre des Militärregimes, und P. Gottfried durchlebte mit den von den Militärs verfolgten Landarbeitern schwierige Situationen; u. a. gewährte er dem von der Militärdiktatur verfolgten und verletzten Landführer Manoel da Conceição Unterkunft. In diese Zeit fiel auch das Aufkommen der „Animation der Christen im ländlichen Raum“ (ACR), und P. Gottfried übernahm auf Bitten der Mitglieder die Aufgabe des kirchlichen Assistenten der Bewegung. 

1969 wurde P. Gottfried als Kaplan und Assistent der ACR in die Pfarrei São José nach Lago da Pedra versetzt. Für ein Jahr, 1971 bis 1972, übernahm er die Leitung der Schule Colégio Bandeirante, und 1977 war er bei der Gründung der Schule Colégio São Francisco de Assis behilflich, einer Art Pfarrschule, die von einem Eltern- und Lehrerverein getragen wurde. Neben der Pastoralarbeit kümmerte sich P. Gottfried, mit Zustimmung von Bischof Paschasius Rettler, sehr um die ACR, da die Kommission der Landpastoral in der Diözese nicht gut ankam. P. Gottfried organisierte mit den Landarbeitern Teams von Jugendlichen und Erwachsenen in den Diözesen von Bacabal, Coroatá und der Erzdiözese von São Luis, später auch in den Pfarreien und Diözesen von Campo Maior, Parnaíba und der Erzdiözese von Teresina im Bundesstaat Piauí. 1982 wurde P. Gottfried nach Bacabal versetzt, um das Ökonomat der Vizeprovinz zu übernehmen. Gleichzeitig führte er seine Arbeit als Assistent der ACR fort, die ihren Sitz 1983 nach Bacabal verlegte. In den folgenden Jahren kam es zu vielen Gewalttätigkeiten auf dem Land im Raum Médio Mearim. Die Gebets- und Fastentage im Juli 1985 in der Kirche Santa Teresinha, zu denen verschiedene Bischöfe und der Theologe Leonardo Boff kamen, waren eine Antwort darauf. Sowohl dieses Ereignis als auch die 2. Landwallfahrt von Maranhão mit dem Thema “Landreform: wer sie braucht, macht sie”, die im September 1986 in Bacabal stattfand, konnte mit P. Gottfrieds Unterstützung und Organisationsbeitrag rechnen. 1989/1990 machte P. Gottfried ein Sabbatjahr, um sich zu erholen und zu orientieren. Elemente dieser Zeit waren: der Kursus CERNE der CRB in Belo Horizonte, Besuche in anderen Provinzen im Süden des Landes, der Nationalkongress der Basisgemeinden CEBs in Duque de Caxias, Ferien in Deutschland und schliesslich der viermonatige Kursus IBRADES in Rio de Janeiro über die brasilianische Realität. 

Von 1992 bis 1994 war P. Gottfried in der Pfarrei Nossa Senhora dos Remédios in Piripirí - PI als Kaplan tätig, während er den aktiven Mitgliedern der ACR von Maranhão und Piauí weiterhin Hilfestellung gab und vor allem die Bewegung der ACR im Bundesstaat Piauí stärkte. 1995 kehrte P. Gottfried nach Maranhão zurück und übernahm die Kaplanstelle in der Pfarrei Glória in São Luís. Aktiv war er an der Vorbereitung des „Neunten Interekklesialen Basisgemeindentreffens“ beteiligt, das im Juli 1997 in São Luís stattfand und bei dem er die Beschaffung der finanziellen Mittel und die Abrechnung des „Neunten“ koordinierte. Im gleichen Monat wurde P. Gottfried 70 Jahre alt. Die Beteiligung an der gottesdienstlichen Danksagung und die Bekundungen von vielen Seiten machen die Bedeutung der Präsenz und des Wirkens von P. Gottfried in den ländlichen und städtischen Arbeiterbewegungen offenbar. Zwei Monate später feierte er sein Goldenes Ordensjubiläum. Die Jubiläumsfeiern bedeuteten für P. Gottfried jedoch nicht den Rückzug aus den Tätigkeiten; im Gegenteil, er übernahm noch neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten, vor allem im alternativen Gesundheitsbereich. Ab 1999 war er Referent für die Kinderpastoral und die Bio-Energie. In den letzten Jahren litt P. Gottfried zunehmend unter gesundheitlichen Problemen. Herz- und Atemschwäche, Lungenentzündung und Magengeschwür und ein Tumor im Kopf führten schliesslich am 17. September 2011, dem Fest der Wundmale des hl. Franziskus, zu seinem Tod. Wir sind dankbar für das überzeugende Lebenszeugnis dieses unermüdlichen Arbeiters im Weinberg des Herrn. Möge ihm der Herr der Ernte, der gute Gott, mit ewiger Ruhe im Frieden und in der Freude des Herrn alle Mühen vergelten. 

Br. Alban Mayer † 4. September 2011 in Fulda

Marcellus Mayer ist in Bubsheim, Baden-Württemberg, geboren. Mit 17 Jahren klopft er in Gorheim / Sigmaringen an die Klosterpforte und bittet darum, ins Kloster eintreten zu dürfen. Er lebt und arbeitet als Interessent und Postulant mit den Brüdern, bis er 1936 als Bruder Alban in den Ersten Orden des hl. Franziskus aufgenommen wird. Ein Jahr später legt er in die Hände von Provinzial P. Vinzenz Rock die Einfache Profess ab. Seiner Ausbildung gemäß dient er in den Klöstern Fulda und Kelkheim in der Schneiderei und teilweise in der Sakristei. 1938 wird er zum Militär eingezogen. Sechs Jahre muss er den Soldaten- und Kriegsdienst verkraften, danach vier Jahre Gefangenschaft im Ural. Seine Feierliche Profess nimmt im Jahre 1950 Kustos P. Sebastian Krebs in Marienthal entgegen. In den folgenden Jahren ist Alban in den Niederlassungen Marienthal und Sigmaringen, ebenso Freiburg und Mannheim wieder als Schneider tätig. 1961 erreicht ihn der Ruf der Provinzleitung, von neuem zum Konvent Freiburg zu wechseln. Hier lebt und wirkt er über 40 Jahre. In dieser Zeit geschieht der Umbau des Hauses zum Studentenkonvent. 2004 siedelt er in die Kranken- und Altenstation des Klosters Frauenberg in Fulda über und verbringt in der Gemeinschaft der älteren Brüder Jahre des Ruhestandes. Aus der Ansprache in der Auferstehungseucharistie von Bruder Alban: „Was sucht Alban Mayer bei den Brüdern des hl. Franziskus? Was zieht ihn in diese Gemeinschaft? War es Weltflucht oder spielt sonst ein Grund eine Rolle? Weder - noch! Nichts Besonderes oder Aufregendes, was in die Augen springt, veranlassen ihn, Franziskaner zu werden. Eine seiner Aufgaben in der Gemeinschaft wird das, was jeden Tag erledigt werden muss, damit die anderen Brüder in Ruhe ihre eigenen Dienste und Berufungen erledigen können. Br. Alban sieht sich dem Ganzen eines Hauses verpflichtet. Wann und wo er in den Klöstern der Thuringia seinen Aufenthalt nimmt, erkennt er in dem Notwendigen des Tages seine Herausforderung. Nicht nur was er tut, ist für ihn bedeutsam, sondern wie er das Alltägliche erledigt. In Gelassenheit und Ruhe handelt er. Auf diese Art werden Arbeiten in Schneiderei und Waschküche erledigt, so pflegt er Sakristei und Kapelle. Gesammelt, bestimmt, einfach, schlicht geht er den Weg der Nachfolge des Herrn auf den Spuren des hl. Franziskus. Für diesen überzeugt gelebten Alltag gebührt ihm von seinen Brüdern und von den Studenten, die in seiner Freiburger Zeit im Konvent lebten, Lob und Dank. Der Christus-Glaube schenkt ihm bis ins sehr hohe Alter Kraft zum Ausharren. Gegen Ende seines irdischen Lebens äußert er den Wunsch, sterben zu dürfen. Er stirbt - aber bewusst christlich in Glaube und Hoffnung und nach dem Empfang der hl. Krankensalbung“. Die letzte Ruhestätte findet Alban Mayer auf dem Klosterfriedhof Frauenberg Fulda am 8. September. Der Herr schenke ihm ewiges Leben und immerwährenden Frieden.

Br. Benno Noske † 13. August 2011 in Vossenack

Bruder Benno Noske, mit Taufnamen Konrad, wurde am 5. Oktober 1945 in Aachen geboren und am 7. Oktober getauft. Am 6. Januar 1976 wurde er in Neviges in das Noviziat aufgenommen. Die Feierliche Profess legte er am 4. Januar 1981 ab. Da er schwere handwerkliche Tätigkeiten nicht ausüben konnte,wurde er als Pförtner und Küster eingesetzt. Er war diskret, klug unterscheidend und freundlich. So finden wir ihn ständig an den großen Pforten in Düsseldorf, wo er mit dem Pfortendienst begann, in Mönchengladbach, Neviges, Euskirchen, Vossenack, Remagen und am Schluss wieder in Düsseldorf. Bruder Benno gehörte zu den Franziskanern, die zuletzt auf dem Apollinarisberg in Remagen wirkten, als das Kloster dort im Jahre 2006 aufgegeben wurde. Im Jahre 2009 kam er wieder nach Vossenack. Hier lebte er treu mit und war ein verlässliches Mitglied der Gemeinschaft. Seine Gebrechen nahmen zu, vor allem sein Krebsleiden, so dass er 2009 im Pflegeheim „Geschwister-Louis-Haus" in Vossenack Aufnahme fand. Am Freitag, dem 12. August 2011, stieg über Tag die Atemnot unseres Bruders Benno. Es dauerte die ganze Nacht, bis er um 7.00 Uhr am Samstagmorgen, dem 13. August, verstarb. Bruder Benno wurde am Donnerstag, dem 18. August 2011, auf dem Friedhof in Vossenack begraben unter reger Beteiligung von Mitbrüdern der Nachbarklöster und seiner Angehörigen sowie Bekannten. Ein Grundthema des Tages ging von der Liturgie und den Ansprachen aus: Gott hat dich bei deiner Hand genommen und du hast dich in deiner Ordensprofess und in deiner Krankheit in seine Hand geborgen; er hält dich über den Tod hinaus liebevoll weiterhin in seiner Hand.

 

 

Bischof Heinrich Johannpötter
† 19. Juli 2011 in Bacabal (Brasilien)

Am 19. Juli 2011, eine Woche vor seinem Goldenen Priesterjubiläum, starb der Brasilienmissionar Bischof Heinrich Johannpötter ofm. Vor gut 20 Jahren, am 7. Dezember 1988, schrieb der damalige Bischof von Bacabal, Paschasius Rettler ofm, zur Vorstellung des neuen Koadjutors seiner Diözese: “Nach einigen Jahren des Wartens hat unser Papst Johannes Paul II. meiner Bitte entsprochen und zum 7. Dezember 1988 einen Koadjutor für die Diözese Bacabal ernannt. Der Auserwählte ist unser Mitbruder Heinrich Johannpötter. Pater Heinrich war in den Jahren 1978 bis 1984 schon Generalvikar der Diözese. Mehrere Jahre hat er in der Pastoralarbeit als Pfarrer von Lago da Pedra, Sant’Ana und São Francisco mitgewirkt.” Am 20. Januar 1989 wurde Pater Heinrich zum Bischof geweiht, und ein Jahr später, im Januar 1989, übernahm er als ‚Dom Henrique’ das Hirtenamt in der Diözese.

Am 23. Juni 1933 wurde Heinrich Johannpötter in Milte als Sohn von Josef Wilhelm Johannpötter und Theresia Josefine zur Wickern geboren und drei Tage später auf den Namen Heinrich Karl getauft. Nach der Grundschule in seinem Heimatdorf besuchte er das Gymnasium in Lüdinghausen und Warendorf. Am 19. April 1955 wurde er als Franziskaner eingekleidet und begann das Noviziat in Rietberg. In Warendorf und Paderborn studierte er dann Philosophie und Theologie. Am 20. April 1959 verpflichtete er sich durch die Feierliche Ordensprofess endgültig zu einem Leben als Franziskaner. Die Priesterweihe empfing er am 26. Juli 1961 aus den Händen von Bischof Lorenz Kardinal Jäger im Hohen Dom zu Paderborn. Schon ein Jahr später entsandte ihn sein Ordensoberer nach Brasilien, um seine Brüder in den Bundesstaaten Maranhão und Piauí zu unterstützen. Nachdem er am 15. Juli 1962 im Hafen von Belém (Pará) an Land gegangen war, absolvierte er zunächst einen Sprachkurs in Ipuarana (Pernambuco), bevor er anschließend für ein Jahr in Aracajú (Sergipe) seine Ausbildung zum Seelsorger fortsetzte. 1964 ging er nach Maranhão und wirkte dort als Pfarrer zunächst in der Landgemeinde von Lago da Pedra. Anschließend organisierte er in Bacabal die Pastoralregion von Sant’Ana und errichtete die jetzige Pfarrkirche. 1968 übernahm er die Pfarrei São Raimundo im Stadtviertel Piçarra in Teresina (Piauí). 1973 kehrte er nach Maranhão zurück, wurde in Bacabal Pfarrer der Franziskanergemeinde São Francisco und betreute von dort aus die Gemeinde von Sant’Ana mit, die damals noch nicht zur eigenständigen Pfarrei erhoben worden war. In Teresina hatte P. Heinrich an der Jugendbewegung ENJOPI (Treffen der Jugendlichen von Piauí) teilgenommen. Er übertrug die fruchtbaren Impulse dieser Bewegung unter dem Namen ENJOBAL nach Bacabal, um so die Jugendlichen einzuladen, nach dem Evangelium zu leben. Daraus ergab sich eine ganz neue Dynamik für die Jugendpastoral in den Basisgemeinden und der ganzen Region.

In den Jahren 1976 bis 1983 war Pater Heinrich Ordensoberer der Kustodie Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt. Praktisch gleichzeitig übte er das Amt des Generalvikars der Diözese Bacabal aus und war damit die „rechte Hand“ von Bischof Paschasius Rettler ofm. Über diese Zeit schreibt Pater Erich Löher ofm in seinem Buch Geschichte der Franziskaner in Maranhão und Piauí 1952-2007: „Ab 1977 koordinierte er die Gruppe Schwaderlapp, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, Mitarbeiter für den Dienst im Gesundheitsbereich auszubilden und zu begleiten. Als 1980 die Juristische Assistenz für Landarbeiter (AJULAV) ins Leben gerufen und damit der Rechtsanwalt Dr. Sandes in Vertrag genommen wurde, war der Kustos Pater Heinrich der hauptverantwortliche Koordinator dieses Rechtsbeistandes für die Kleinbauern. Außerdem war er verantwortlich für das Projekt Alto da Assunção“, ein Siedlungsprojekt auf dem Konventsgelände zugunsten armer Familien. Darüber hinaus sorgte er sich um den Buch- und Schreibwarenladen São Francisco das Chagas in Bacabal und um die konventseigene Schreinerei. Während seiner Zeit als Kustos feierte die Kustodie das silberne Jubiläum ihres Bestehens. In diesem Zusammenhang bat Pater Heinrich seinen Ordensbruder Pater Venâncio Willeke ofm von der Nachbarprovinz Santo Antonio darum, die Geschichte dieser 25 Jahre in einem Buch festzuhalten. Pater Erich, der das Werk von Pater Venâncio fortsetzte und die Ordensgeschichte um weitere 30 Jahre fortschrieb, hält fest: „Allein die Auflistung der verschiedenen Aufgaben, neben seinem Hauptdienst als Kustos, zeigt das weite Spektrum seiner Arbeit. Außerdem gründete und leitete Pater Heinrich das Projekt Fala Cantando im Dorf Bela Vista. Während eines Pastoralbesuchs erfuhr er, dass dieses Dorf Bela Vista mit seinen 103 Familien durch den Verkauf von 1.000 ha Land an einen Viehzüchter verschwinden sollte. Er entwickelte einen Plan, den Unterhalt von 50 Familien durch neue Produktionsmethoden zu gewährleisten (Schaffung von Ackerflächen durch Säuberung von Baumwurzeln, usw., Benutzung des Pfluges, der von Bullen gezogen wird, Ackerbau, Kooperative etc.). Die Fazenda Fala Cantando wurde Pater Heinrichs persönliches Projekt, das er mit unermüdlichem Eifer und immer neuen Ideen betreute und weiterentwickelte. Einige Landarbeiter haben diese neuen Methoden übernommen, andere haben das Projekt im Laufe der Jahre verlassen. Pater Heinrich behielt die Koordinierung auch von Teresina aus bei. Als er zum Bischof von Bacabal ernannt wurde, hat die Kustodie Fala Cantando der Diözese überschrieben.“

1984 wurde Pater Heinrich Junioratsleiter in Teresina und begleitete die jungen einheimischen Brüder während ihrer Ausbildungszeit. Außerdem unterstützte Pater Heinrich die Regionalkonferenz der Ordensleute, besonders durch seine Mithilfe in der Gründung und Ausarbeitung des theologisch-pastoralen Kurses für den Ordensnachwuchs, genannt ETEPA. Die Franziskaner in Maranhão und Piauí verdanken Pater Heinrich die Errichtung der drei Ausbildungshäuser in Teresina. Der Bau seines letzten Werkes, die sogenannte Einsiedelei (Eremitério), die die kontemplative Dimension des franziskanischen Charismas betont, war fast abgeschlossen, als er im Dezember 1988 zum Koadjutor der Diözese Bacabal ernannt wurde. Einen Monat später wurde er als Dom Henrique zum Bischof geweiht.

Nach dem Tod seiner Vorgängers Bischof Paschasius Rettler übernahm er im Februar 1990 die Verantwortung für die Diözese Bacabal. Zu deren 25-jährigen Bestehen im Jahr 1993 pilgerte ein Bild der Madonna von Fatima durch alle Pfarreien. Nach diesem markanten Ereignis wurde die Diözese der unbefleckten Empfängnis der Gottesmutter geweiht. Bischof Heinrich hatte das Hirtenamt in der Diözese Bacabal bis April 1997 inne. Aus gesundheitlichen Gründen reichte er dann sein Rücktrittsgesuch beim Heiligen Vater ein, der ihn daraufhin aus seiner Leitungsverantwortung für das Bistum entließ. Als emeritierter Bischof wohnte er zunächst für einige Jahre im Franziskanerkloster in São Luís und arbeitete dort in der Pfarrseelsorge mit. Anfang 2007 zog er ins Franziskanerkloster in Bacabal um. Unermüdlich stand er den Menschen, die an die Klosterpforte kamen, zum persönlichen Gespräch, zur spirituellen Begleitung und zur Beichte zur Verfügung. Durch seine geistreiche und humorvolle Art gab er stets Anlass zur Freude unter den Brüdern. Eine Woche vor seinem Goldenen Priesterjubiläum erlitt Bischof Heinrich in Bacabal ganz unerwartet in der Frühe des 18. Juli einen Schlaganfall, an dessen Folgen er am nächsten Morgen im Hospital São Domingos in São Luís verstarb. Seine letzte Ruhestätte fand Bischof Heinrich auf dem Klosterfriedhof neben der Pfarrkirche São Francisco in Bacabal. Wir danken Gott, dem Geber alles Guten, für den reichen Segen, den er durch Heinrich Johannpötter den Menschen der Diözese Bacabal und der dortigen Franziskanerprovinz hat zukommen lassen. Gott gebe unserem lieben Verstorbenen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm.

Br. Justin Zwosta † 8. Mai 2011 in Vierzehnheiligen

Benjamin Zwosta wurde am 23. September 1931 in Hirschfeld/ Landkreis Kronach/ Pfarrei Windheim (Erzdiözese Bamberg) geboren.
Im Alter von 16 Jahren wurde er als Kochkandidat nach Bamberg St. Jakob geschickt und ab dem 1. März 1950 als Postulant der bayerischen Franziskaner geführt.

Am 18. September 1950 erhielt er in Dietfurt den Franziskanerhabit und den Ordensnamen Justin. In Dietfurt arbeitete er als Koch. Nach seiner Erstprofess wurde er im Oktober 1951 als Koch nach St. Ludwig in Nürnberg versetzt und im August 1952 als Schneidergehilfe und Sakristan nach St. Anna in München. Am 20. September 1954 legte er in Dietfurt in die Hände des Provinzials Tharsicius Sibold seine feierliche Profess ab.

Wegen seines technischen Geschicks kümmerte er sich als Hausmeister ab August 1961 vor allem um die elektrotechnischen Anlagen im Kloster St. Anna. 1970 wurde er ins Diskretorium des Hauses gewählt. Im September 1979 kam Br. Justin als Betreuer der Pensionsgäste, Koch und Organist  auf den Kreuzberg. Über zwanzig Jahre wirkte er dort, bevor er als Koch, Pförtner und Sakristan im November 1999 ins Kloster St. Anton nach Garmisch-Partenkirchen versetzt wurde. Nach zwei Schlaganfällen musste er Ende März 2003 in die Seniorenstation St. Anna nach München umziehen.

Wegen der Schließung der ordenseigenen Pflegestation in München musste Br. Justin am 15. November 2007 in die Pflegestation der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen umziehen konnte. Hier wurde er von den Schwestern und ihren Mitarbeiterinnen liebevoll betreut. In den letzten Monaten verschlechterte sich sein Zustand mehr und mehr. Am Festtag der vierzehn Nothelfer, dem Hochfest der Basilika, nahm Gott ihn auf in seine ewige Freude.

Frei Ernesto Wiederholt
† 6. Mai 2011 in Campo Grande (Brasilien)

Ernst August Edmund (Frei Ernesto) Wiederholt wurde in Hetzerath, Diözese Trier, am 12.Mai 1938 als Sohn von Linus Wiederholt und Maria Dezues geboren. Am 27. April 1960 trat er in Salmünster in das Noviziat der Thüringischen Franziskanerprovinz ein und begann so seinen Weg des franziskanischen Lebens. Am 28. April 1961 legte er die Einfache Profess ab und am 8.November 1964 die Feierliche Profess. Am 31.Juli 1966 wurde er in Fulda zum Priester geweiht. 

Nach dem Curaexamen 1967 ging er als der letzte deutsche Missionar, der von der Thüringischen Franziskanerprovinz ausgesandt wurde, nach Brasilien. Am 6. Februar 1988 wurde er in die Kustodie von den Sieben Freuden Mariens (Campo Grande, Brasilien) inkorporiert. In Brasilien war Frei Ernesto an verschiedenen Orten in der Seelsorge tätig. Er lebte und arbeitete in der Franziskanergemeinschaft und Herz-Jesu-Pfarrei in Nova Canaã im Norden von Mato Grosso in der Diözese von Sinop bis November 1997. Danach wurde er in die Fraternität und Pfarrei São Sebastião in Nobres, Diözese Cuiabá, im Norden Mato Grossos versetzt. 

Im Juni 1998 wurde er nach Nobres, Mato Grosso, in die Gemeinschaft und Pfarrei Santo Antônio in Santo Antônio de Leverger, Diözese Cuiabá, Mato Grosso, versetzt. Dort blieb er bis Dezember 2003. 

Im Dezember 2003 erfolgte die Versetzung von Santo Antônio de Leverger in die Franziskanergemeinschaft und Pfarrei São Pedro Apóstolo in Pedra Preta, Mato Grosso, Diözese von Rondonópolis, wo er bis Dezember 2006 blieb. 
Im Dezember 2006 wurde er von Pedra Preta in die Gemeinschaft und Pfarrei vom Divino Espírito Santo nach Rio Brilhante in Mato Grosso do Sul versetzt, wo er bis November 2008 wirkte. 

Im November 2008 erfolgte seine letzte Versetzung in die Gemeinschaft und Pfarrei São José Operário in Dourados, Diözese Dourados, in Mato Grosso do Sul. 

Nach einer schweren Darmoperation im Hospital do Coração in Dourados, wo ein großer Krebstumor entfernt wurde, kam Frei Ernesto von Dourados nach Campo Grande in unsere Konventsgemeinschaft, um sich von seiner schweren Operation zu erholen und um weiter behandelt zu werden. 

Sechs Monate lang kämpfte er tapfer gegen den erbarmungslosen Krebs. In den letzten Monaten seines Lebens, schon mit den Metastasen im Rückgrat, litt er an Nieren-, Herz- und Atembeschwerden. In diesem Kampf standen ihm die Brüder, Freunde, Pfleger und Ärzte bei und begleiteten ihn zuerst in Dourados in der Brüdergemeinschaft von São José Operário, und dann in Campo Grande in der Konventsgemeinschaft von São Francisco. 

Allen, die helfend dabei waren, gilt die Anerkennung, der Dank und das Gebet der ganzen Brüdergemeinschaft der Kustodie von den Sieben Freuden Mariens. 
Am Herz-Jesu-Freitag in der 2. Osterwoche, am 6.Mai 2011 um 7:30 Uhr, ist Frei Ernesto Wiederholt im Hospital Geral Proncor in Campo Grande-MS, Brasilien friedlich im Herrn entschlafen. 

P. Volkwart Klein † 7. Februar 2011 in Neviges

Am 24. Februar 1942 wurde er in Waldorf bei Bonn geboren. Seit seiner Jugend litt er an einer schweren Zuckerkrankheit, die sich in der letzten Zeit verschlimmerte. Nach seinem Abitur im Jahre 1963 im Kolleg der Franziskaner in Exaten / Niederlande trat er am 25. April 1963 in Rietberg in den Franziskanerorden ein. Seine Feierliche Profess legte er am 6. Januar 1968 in Mönchengladbach ab. Die Priesterweihe erhielt er am 28. Februar 1970 in Vossenack durch Bischof Johannes Pohlschneider von Aachen, nachdem er seine philosophisch-theologischen Studien in Mönchengladbach, Krefeld und München absolviert hatte.

Nach der Priesterweihe kam Volkwart im Jahre 1971 als Präfekt in das Franziskus-Internat am Franziskus-Gymnasium in Vossenack. Hier war er Präfekt der Oberstufenschüler, die im Internat wohnten, bis zum Jahre 1983, wobei der gleichzeitig von1981 an auch Konrektor, d.h. stellvertretender Leiter des Internates war. In seiner praktischen und lebensnahen Art, verbunden dem Glauben an Gott und die Menschen, war er ein fähiger Lebens- und Wegbegleiter der jungen Menschen, offen für ihre Fragen und Lebenserwartungen.

Nach zwölf Jahren Erziehertätigkeit ging Pater Volkwart in die Seelsorge unserer Klöster; von 1983 bis 1992 war er in Mönchengladbach und von 1992 bis 2007 in Düsseldorf. In seiner Art, dem konkreten Menschen und seinen Anliegen zugewandt zu sein, waren ihm die Verkündigung und der Beichtdienst, getragen von der Eucharistiefeier, eine wichtige Aufgabe. Zeitweilig war er auch Mitarbeiter in der Fides-Glaubensberatung im Franziskanerkloster zu Düsseldorf. In Mönchengladbach war er von 1983 bis 1992 Guardian. Dann kam er nach Düsseldorf, wo er von 1992 bis 2001 Ökonom des Klosters war und dann von 2001 bis 2007 Guardian des Konventes. Einige Jahre war er als Definitor auch Mitglied der Provinzleitung. Unter seiner Leitung waren Haus und Konvent in guten Händen. Sein konkreter Sinn für gemeinschaftliche Belange spürte ein jeder positiv, auch die Gäste. Von 1999 an war er auch Bauleiter für die Renovierung von Kirche und Kloster in Düsseldorf, und ab 2004 war er Mitglied der Finanzkommission der damaligen Kölnischen Franziskanerprovinz.

2007 kam Volkwart im Jahre nach Neviges. Hier machte er sich als Hausökonom verdient und ebenso in der Wallfahrtsseelsorge, vor allem im Beichtstuhl. Sein praktischer Sinn war auch anregend für manche Verbesserungen in der Installation des Hauses, so z.B. die Beleuchtung der Krypta und der Beichtstühle, vor allem im Blick auf einladende Gestaltung und Hinweise. Dabei kam ihm seine Herkunft aus einer Familie mit Schreinerhandwerk zugute. Volkwart war sein ganzes Ordensleben lang wirklich krank, aber er redete nicht ständig davon; er lebte sein von der Diabetes geprägtes Leben zuversichtlich; lange Jahre auch mit einer Spenderniere.

Am Freitag, dem 11. Februar 2011, wurde er im Anschluss an die heilige Messe im Mariendom zu Neviges, die er sich als Auferstehungsfeier gewünscht hatte, auf der Grabstätte der Franziskaner des Nevigeser Friedhofs auf dem Marienberg begraben. Die Predigt hielt P. Klaus-Josef Färber, der ihn als „Priester mit dem Herzen Jesu“ vorstellte. Darin lag für Pater Volkwart die tiefste Dankbarkeit für das Leben, das ihm geschenkt wurde. Das gewählte Evangelium vom Natanael, an dem kein Falsch ist (Joh 1, 47), ließ ihn das Wort Gottes ehrlich verkünden, sei es „gelegen oder ungelegen“ nach einem Wort des heiligen Paulus (2 Tim 4, 2). Dabei war er gerade angesichts seiner Krankheit der Verkünder der Botschaft vom ewigen Leben. R.I.P.

Br. Reinhold Dragon
† 12. Februar 2011 in Dortmund

Bruder Reinhold wurde am 24. Dezember 1931 als erstes Kind der Eheleute Elisabeth und Alfred Dragon in Hindenburg, Oberschlesien, geboren. In der St. Franziskus-Kirche wurde er auf den Namen Rudolf getauft. Drei Jahre besuchte er die Volksschule in Hindenburg, bis der Vater 1940 eine Anstellung beim Buna-Werk in Merseburg bekam. Die Familie folgte ihm, und Reinhold wechselte auf die dortige Albrecht-Dürer-Schule. Als die Bombenangriffe 1944 heftiger wurden, flüchtete die Mutter mit ihm und seinen drei jüngeren Geschwistern zu Verwandten nach Oberschlesien. Nach Kriegsende kamen sie nach Merseburg zurück. Hier empfing er 1947 in der Pfarrkirche St. Norbert durch Erzbischof Lorenz Jaeger das Sakrament der Firmung. Im gleichen Jahr begann er eine Schlosserlehre in den Chemischen Werken Buna, die er 1950 an der Berufsschule für Gewerbe, Wirtschaft und Verwaltung in Merseburg erfolgreich abschloss.

Als im Jahr 1952 das Katecheten-Seminar in Görlitz eröffnet wurde, nahm er am ersten Fünf-Monats-Kurs teil, der in ihm das Interesse am Ordensleben weckte. In seinem Lebenslauf schrieb er später: „Nachdem ich den Glauben in voller Wahrheit erkannt hatte, gab es für mich nur eins: Gott zu dienen mit all meinen Kräften. Um unseren Glauben zu verbreiten, übernahm ich als Pfarrjugendhelfer die Jugend unserer Pfarrei. Aus meinem Glauben heraus möchte ich Franziskaner werden." Am 16. September 1955 wurde er durch die Einkleidung in den Franziskanerorden aufgenommen, an den er sich in der Ewigen Profess am 17. September 1962 endgültig band.

Viele Jahre diente er auf dem Kerbschen Berg in Dingelstädt (Eichsfeld) als Küster, Pförtner, Hausmeister und Gärtner. 1980 wurde er auf den benachbarten Hülfensberg versetzt. Von dort wechselte er 1986 ins Pfarrkloster nach Halle a. d. Saale, wo er als Küster und Hausmeister und als Hausvikar und Ökonom wirkte. 

Auf sein Leben zurückblickend, pflegte er zu sagen: „Ich ging immer dahin, wohin man mich schickte; die Oberen wussten, wo ich nötig gebraucht wurde." In der Tat wurde er gebraucht in der damaligen DDR, gerade zu der Zeit, als es kaum Werkzeuge oder Ersatzteile für Maschinen gab. Als vielseitiger Handwerker war er ein gefragter Mann, der mit viel Phantasie manche Reparatur ausführen konnte.

Im Jahr 2006 wurde er ins Franziskanerkloster Dorsten versetzt, wo er nach Kräften im Haushalt mithalf. Sein Hobby war die Musik; er liebte Opernchöre und Arien. Gern unterhielt er sich mit Menschen, denen er beim Spaziergang durch die Stadt begegnete. Er ließ sich öfters auf ein Gespräch ein, ob in der Apotheke, im Sprechzimmer der Ärzte, bei einem Mitglied der „Zeugen Jehovas“ an der Ecke oder im Bäckerladen.

Er war den Angehörigen und uns allen ein liebenswürdiger Mitmensch und Franziskaner.

Man merkte, dass sein Herz auf dem Hülfensberg, auf dem Kerbschen Berg in Dingelstädt und in Halle schlug. Gern wäre er noch einmal an die Stätten seines früheren Wirkens gereist, aber seine Behinderung und seine Krankheiten ließen es nicht mehr zu. Und so wechselte er im Juni 2010 nach Dortmund ins „Bruder-Jordan-Haus", um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Nach einer längeren Erkrankung verstarb Bruder Reinhold am 12. Februar 2011. Auf dem Friedhof in Dorsten an der Gladbecker Straße fand er seine letzte Ruhestätte.

P. Florentin Eisele
† 29. Oktober 2010 in Fulda 

Er wurde am 8. 0ktober 1917 in Leinzell, Diözese Rottenburg-Stuttgart, geboren. Seine Eltern ließen dem begabten Jungen eine gute Schulbildung zukommen. 

1936 entschloss er sich, Franziskaner zu werden und trat in Salmünster mit dem Ordensnamen Florentin in das Noviziat ein. P. Camillus Hillenbrand hat ihn eingekleidet. Ein Jahr später konnte er die Profess auf drei Jahre ablegen. In den Studienjahren von Theologie und Philosophie überraschten ihn die Kriegswirren und die Gefangenschaft. 1946 war es ihm gegönnt, die Studien zu vollenden und in die Hände von P. Sebastian Krebs die Ewige Profess abzulegen. 1947 wurde er auf dem Frauenberg zu Fulda zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten als Seelsorger in verschiedenen Klöstern der Thüringischen Franziskanerprovinz war P. Florentin ab November 1962 hauptamtlicher Mitarbeiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 22 Jahre wirkte er als Polizeiseelsorger in Baden-Württemberg. Im Team „Gemeindeerneuerung“ hat er jahrelang mitgearbeitet. Von 1998 bis 2006 bemühte er sich seelsorgerlich um die Schwestern in Untermarchtal.

Seit 2006 verbrachte P. Florentin den wohlverdienten Ruhestand auf dem Frauenberg zu Fulda.

P. Oswald Heiming
† 8. November 2010  in Dortmund

Pater Oswald wurde am 12. Mai 1930 als Kind der Eheleute Theresia Maria und Bernhard Heiming in Klein-Reken geboren und wuchs mit sieben Geschwistern in der Dorfgemeinschaft auf. In den schweren Nachkriegsjahren kam er ins Internat der Franziskaner nach Attendorn und besuchte dort das Städtische Gymnasium, an dem er 1951 das Abitur ablegte. Danach begann er eine Ausbildung zum Steiger. Nach einem Betriebsunfall untertage begann er 1957 ein Gewerbelehrer-Studium in Köln.

Während dieser Zeit entschloss er sich Franziskaner zu werden und trat am 7. Juni 1960 in Rietberg in den Franziskanerorden ein, an den er sich  am 14. Juni 1964 in der Feierlichen Profess endgültig band. Nach den philosophisch-theologischen Studien in Warendorf, Münster und Paderborn wurde er im Paderborner Dom durch Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger am 22. Juli 1966 zum Priester geweiht. 

Nach Jahren der Gemeindeseelsorge in St. Bonaventura, Mühlen (Oldb.), und in St. Martinus, Moers-Repelen, arbeitete er 21 Jahre engagiert als Ökonom der Sächsischen Franziskanerprovinz in Werl und als Leiter der Dietrich-Coelde-Druckerei mit angeschlossenem Verlag.
1995 wurde er für sechs Jahre Leiter des Franziskanerklosters in Halberstadt, wo er immer wieder erlebte, dass sich Obdachlose im Winter einen Schlafplatz in einer offenen Garage des Klosters suchten. Er sagte sich, dass es  nicht im Sinne des heiligen Franziskus sei, diese Leute so wohnen zu lassen und begann 1996 eine Wärmestube und Suppenküche für Arme und Obdachlose einzurichten, um die Bedürftigen "Nicht nur mit einem Schlag Suppe" abzuspeisen. Viele alte und junge Menschen, Männer und Frauen, Mütter mit Kindern, baten hier Pater Oswald, die Schwestern und Mitarbeiter um Rat und Hilfe.

Von 2001 bis 2009 lebte er im Dorstener Franziskanerkloster, seinem Heimatkonvent, um in der Seelsorge mitzuarbeiten. Als sein Gesundheitszustand sich verschlechterte, wechselte er im März 2009 ins Bruder-Jordan-Haus nach Dortmund.
Stets blieb er mit seiner Heimat Klein-Reken eng verbunden. So hatte er dort noch im Juni dieses Jahres zur Feier seines Goldenen Ordensjubiläums und seines 80. Geburtstags in die Pfarrkirche eingeladen, um gemeinsam mit Verwandten, Freunden, dem ganzen Dorf und vielen Mitbrüdern Gott, dem Geber aller guten Gaben, zu danken.
Seine letzte Ruhestätte fand er in der Gruft der Franziskaner auf dem Friedhof in Dorsten, Gladbecker Straße. Wir Franziskaner sind dankbar für Pater Oswald und trauern mit seinen Angehörigen um diesen angesehenen Seelsorger und tatkräftigen Franziskaner. Der gute Gott, der Christus an Ostern von den Toten auferweckt hat, schenke unserem Pater Oswald das ewige Leben. 

P. Christoph Höttges 
† 2. November 2010 in Essen

P. Christoph wurde am 24. Dezember 1935 in Mönchengladbach geboren. An die Gemeinschaft der Franziskaner, in die er 1959 aufgenommen wurde, band er sich unwiderruflich in der Feierlichen Profess am 19. April 1963. Die Priesterweihe empfing er in seiner Heimatstadt am 7. August 1965.

Schwerpunkte seines franziskanischen und priesterlichen Wirkens war die Erziehertätigkeit im Franziskus-Internat in Vossenack, die Begleitung junger studierender Franziskaner auf dem Apollinarisberg in Remagen und seit 1988 die Pfarrarbeit in der Gemeinde Hl. Kreuz im Essener Südostviertel. Hier verstand er es, viele Ehrenamtliche und Institutionen zu einem Kooperationsverbund zum Wohle der hier lebenden Menschen zusammenzuführen.

Wir Franziskaner trauern mit seinen Angehörigen und der Gemeinde Hl. Kreuz um diesen sozial engagierten Mitbruder, dessen Wirken weit über die Grenzen der Stadt und des Bistums Essen hinaus Anerkennung fand. Im letzten von ihm gestalteten Pfarrbrief zu Allerheiligen schrieb er noch einen Satz, der gut zu seinem Leben und Wirken passt: „Wenn wir am Allerheiligentag auf den Friedhof gehen, dann nicht, um ein paar welke Blätter vom Grab zu entfernen, sondern ein Licht aufzustellen und damit zu sagen: Gott, wieviel Licht hast du durch diesen Menschen in unser Leben gebracht!“ Möge Gott ihm als Lohn dafür das ewige Licht leuchten lassen. Pater Christoph wurde am 6. November auf dem Ostfriedhof in Essen beigesetzt.

P. Willigis Kern † 20. Oktober 2010 in Dortmund 

Zum Weihnachtsfest 2009 sagte P. Willigis, dass er bereit sei, dem Herrn entgegenzugehen. Er spürte, dass „die Zeit des Aufbruchs nahe“ war (2 Tim 4,6). Doch währte es noch bis zum 20. Oktober 2010, dass er seinen irdischen Lebensweg vollendete.

P. Willigis wurde am 15. November 1919 in Hagen geboren. Seine Eltern waren Karl Kern und Theresia Kern, geb. Trilling. Aus ihrer Ehe stammen noch sechs weitere Kinder, von denen die älteste Schwester in die Genossenschaft der „Schwestern der christlichen Liebe“ eintrat.

Nach Abschluss der Gymnasialstudien begann Franz Kern am 30. März 1940 in Warendorf das Noviziat im Franziskanerorden. Von nun an führte er den Namen „Willigis“. Das für den Eintritt eingereichte Sittenzeugnis nennt alle Eigenschaften, die das Ordensleben von P. Willigis gekennzeichnet haben: reges geistiges Interesse, Fleiß und Strebsamkeit, vorbildliches religiös-sittliches Leben, musikalisches Engagement, hingebende Treue im Amt eines Organisten im Werktagsgottesdienst. „Alles in allem: Franz Kern war ein Schüler, von dem ich glaube, dass er ein guter Priester und Ordensmann werden wird“.

Diesen Ausblick in die Zukunft bestätigte P. Willigis durch sein Leben. 1941 verpflichtete er sich mit der zeitlichen Profess zum franziskanischen Lebensweg. Die ewige Profess konnte er wegen der Kriegsverhältnisse erst am 31. März 1949 ablegen. Am 26. März 1950 empfing er durch Weihbischof Heinrich Roleff die Priesterweihe. Im Oktober 1950 begann er in Kiel das Studium der Altphilologie, das er mit dem Staatsexamen und der Promotion zum Dr. phil. abschloss. Nach dem Assessorexamen unterrichtete P. Willigis im Kolleg St. Ludwig, Vlodrop/ Niederlande, und im Johanneum von Wadersloh. Hier wurde er auch zunächst zum Oberstudienrat und dann zum Studiendirektor befördert. Für seine Schüler war er ein guter und beliebter Lehrer, für die Lehrer ein kompetenter Kollege, für die Mitbrüder ein Mensch, den jeder mochte.
Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Ostfriedhof in Dortmund.

P. Donatus Kawaletz 
† 4. Juni 2010 in Dortmund

Geboren wurde Donatus Gerhard Kawaletz am 13. Oktober 1911 in Zabrze (Hindenburg/O.S.) als Sohn der Eheleute Franz und Hedwig Kawaletz; er wuchs mit sechs Geschwistern auf. Nach dem Abitur am Gymnasium der Franziskaner in Neisse wurde er am 16.09.1933 durch die Einkleidung in den Franziskanerorden aufgenommen; er erhielt den Ordensnamen Donatus. Die Feierliche Profess legte er 1937 in Breslau – Carlowitz ab. Zum Priester geweiht wurde er nach dem Studium der Philosophie in Glatz und dem der Theologie in Breslau am 09. März 1940 im Priesterseminar zu Breslau durch Kardinal Bertram.

Bald nach der Priesterweihe wurde er zum Wehrdienst einberufen – zunächst nach Russland und später nach Belgien, wo er so schwer verwundet wurde, dass seine Gesundheit erst 1952 wiederhergestellt war. In diesen Jahren der Gesundung war er als Hauskurat bei den Barmherzigen Schwestern in der Nähe von Deggendorf tätig. 1952 ging er als Spiritual in das Schülerkonvikt Königstein (Taunus) und 1959 in gleicher Funktion an das ordenseigene Schülerheim der Franziskaner nach Hildesheim. In dieser Stadt entwickelte er eine reiche pa­storale Tätigkeit: ab 1960 als Spiritual am Bischöflichen Priesterseminar, als Hausgeistlicher im Mutterhaus der Vinzentinerinnen, als Beichtseelsorger in mehreren Schwesternhäusern, 28 Jahre lang als Dombeichtvater und von 1971 – 1986 als Hausgeistlicher in der Psychiatrischen Klinik. Rückblickend auf diese Zeit schrieb er 2003: „Hier in Hildesheim habe ich 28 Jahre gelebt und bis heute mein Herz dort gelassen. Es waren die besten und schönsten Jahre meines Lebens“. Am 23.12.1987 wurde er mit der „Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten“ des niedersächs. Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Im März 1987 rief ihn die Ordensprovinz in das Franziskanerkloster Paderborn, wo er als Beichtvater und seelsorglicher Begleiter eine segensreiche Tätigkeit entfaltete.

Nach einer schweren Erkrankung zog er im Januar 1999 in die Warendorfer Alten- und Pflegestation unserer Ordensprovinz um; diese wurde im September 2006 in das Bruder – Jordan – Haus (Dortmund) verlegt. Nach einer kurzen akuten Erkrankung verstarb Pater Donatus am 14.06.2010. Auf dem Ostfriedhof in Dortmund fand er seine letzte Ruhestätte.

P. Theodor Schiebel 
† 8. Mai 2010 in Hanau

Herbert Anton Schiebel wurde am 4. Mai 1932 in Tübingen a. N. geboren. Durch den Beruf seines Vaters kam Herbert schon früh mit kirchlichen Stellen und Angelegenheiten in Berührung. Den Wunsch, Priester und Missionar zu werden, verspürte er bereits als Schuljunge. Ab 1943 besuchte er deshalb zunächst das Uhland-Gymnasium in Tübingen, ab 1945 das Eberhard-Ludwig-Gymnasium in Stuttgart; 1949 wechselte er in die Obersekunda des Fürst-Johann-Ludwig-Gymnasiums in Hadamar/Ww. Herbert Schiebel begründete diesen Wechsel mit dem Wunsch, „mich als Ordenspriester ganz der Sache Christi zu weihen - wenn ich dazu berufen bin als Heidenmissionar“; so vermerkt er in seinem Lebenslauf. In Salmünster wurde er am 2. Oktober 1952 als Frater Theodor ins Noviziat der Thüringischen Franziskanerprovinz aufgenommen, studierte nach der Zeitlichen Profess Philosophie in Sigmaringen-Gorheim und Theologie in Fulda. 1956 legte er die Feierliche Profess ab und erhielt am 20. Juli 1958 durch Bischof P. Edgar Häring OFM (einem aus China vertriebenen Missionsbischof der Bayerischen Ordensprovinz) in Sigmaringen- Gorheim die Priesterweihe. 

Knapp zweieinhalb Jahre wirkte P. Theodor zunächst in Rastatt als Kaplan und auf dem Frauenberg in Fulda bis zu seiner Ausreise im September 1960. Im Januar 1961 begann er das Studium der Japanischen Sprache in Tokyo und war auf der Insel Hokkaido von 1964-1976 in der Pfarrpastoral in Asahikawa, 1976- 1985 in Furano und danach bis 1993 in Wakkanai, der nördlichsten Stadt Japans, tätig. 1991 trat er der einige Jahre zuvor gegründeten Japanischen Franziskanerprovinz bei und war in verschiedenen Leitungs- und Pastoralfunktionen bis 2005 tätig. 

Das zunehmende Alter brachte ihm einige Beschwernisse. Von einer Behandlung und möglichen Operationen in der Heimat versprach er sich viel und ließ sich ab September 2008 auf dem Frauenberg auf eine Wartezeit für eine Behandlung in der Universitätsklinik Würzburg ein. Nach einer ersten geglückten Transplantation einer Hornhaut wartete er auf die zweite, deren Realisierung bis zuletzt ungewiss blieb. Schon länger mit weiteren gesundheitlichen Beschränkungen beschwert, wurde er am 23. April 2010 im St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau aufgenommen. Die Diagnose erbrachte eine Schädigung der Herzklappen; eine Operation erschien aber zu riskant. Schon auf die Entlassung vorbereitet, ist P. Theodor überraschend am Morgen des 8. Mai entschlafen. Seinem Wunsch entsprechend, wurde die Urne mit seinen sterblichen Überresten in Japan beigesetzt.

P. Meinold Halder † 19. April 2010 in Herbertingen

Er kam am 13.10.1934 als Sohn des Flaschners Josef Halder und seiner Ehefrau Rosa, geb. Härle in Saulgau zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule trat P. Meinold am 1.10.1945 in das Riedlinger Gymnasium ein und wechselte im September 1947 in das Studienheim der Franziskaner in Riedlungen. In seinem selbst verfassten Lebenslauf lesen wir: „Im Monat März werde ich, so Gott will, das Gymnasium mit dem Abitur verlassen. Es ist mein Wusch, danach in das Noviziat des Franziskanerordens aufgenommen zu werden, um meinem Lebensziel, Priester und Franziskaner zu werden, näher zu kommen.“

P. Meinold wird am 24. 041955 in Salmünster eingekleidet, nach dem einjährigen Noviziat folgen die zweijährigen philosophischen Studien in der ordenseigenen Hochschule im Kloster Gorheim bei Sigmaringen und das theologische Studium in Fulda.

Die Feierliche Profess legt P. Meinold am 25.04.1959 in Fulda ab und wird am 9.04.1961 in der Klosterkirche des Frauenberges durch Bischof Adolf Bolte zum Priestergeweiht.

In den verschiedensten Klöstern unserer Provinz hat er als Volksmissionar, Krankenhausseelsorger, Spiritual und im Gemeindedienst gewirkt. Dabei bekleidete er die Ämter eines Guardians, Vikars, Bibliothekars und Chronisten.Seine letzte Wirkungsstätte seit 2004 war das Mutterhaus der Franziskanerinnen zu Gegenbach. P. Meinold Halder starb so wie er gelebt hat – still und unauffällig - am 19.04.2010 im Haus seines Bruders Franz in Herbertingen, wo er an einer Erstkommunionfeier teilgenommen hatte.

P. Patrick Salmon † 19. April 2010 in Fulda

Geboren als einziges Kind seiner Eltern Karl Wilhelm und Therese, geb. Orth, am 16.11.1920 in Frankfurt-Bornheim, entschloss er sich nach Heimkehr aus dem Krieg Priester zu werden und studierte zunächst im Priesterseminar in Limburg zwei Semester und in der wiedereröffneten Hochschule St. Georgen in Frankfurt ein weiteres.
Am 19.04.1947 wurde er in Salmünster in den Franziskanerorden aufgenommen und erhielt den Namen Patrik. Die endgültige Bindung vollzog er mit der Feierlichen Profess am 20.04.1951 in Fulda, die Priesterweihe empfing er durch Bischof Dr. Dietz am 15. Juli 1951 ebenfalls in Fulda.

Nach Abschluss der Ausbildung konnte er seiner Berufung als Missionar folgen und reiste im Januar 1952 nach Brasilien. An mehreren Orten in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso del Sud wirkte er fast 40 Jahre in verschiedenen Diensten: Als Kaplan und Pfarrer in San Antonio de Leverger, Campo Grande, Rondonópolis und Campo Grande, als Leiter eines Schülerheims in Rio Brilhante, als Diözesanreferent für Seelsorge in den Bistümern Rondonópolis, Campo Grande und Dourados.

In einem Alter, das eigentlich in Ruhestand überleitet, kehrte er nach Deutschland zurück. Im Juli 1991 wurde er zum Spiritual der Franziskanerinnen in Bonlanden, Kreis Biberach / Riss, ernannt. Nachdem er diesen Dienst im Sommer 2007 in andere Hände übergeben hatte, wirkte er noch als Seelsorger für die Schwestern, bis er im August 2008 in die Alten- und Krankenstation der Thüringischen Franziskanerprovinz in Fulda übersiedelte.

Seine Kraft war mit fast vollendeten 90 Lebensjahren aufgebraucht; sein überraschend schneller Tod trat ein infolge eines körperlichen Zusammenbruchs in seinem Zimmer am Morgen des 19. April.

P. Patrik war kein Mann der lauten Worte. Bedächtig und abwägend nahm er die Aufgaben an. So lebte er auch in den Konventen des Ordens. In seiner zuverlässigen Art war er ein immer gut vorbereiteter Seelsorger für die Menschen und Planer für die Pastoral in den Bistümern im Westen Brasiliens, die allesamt erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts gegründet worden sind.

P. Eberhard Scheffer
† 9. Februar 2010 in Dortmund

Nach dem Abitur im Jahre 1934 entschloss er sich in Warendorf Franziskaner zu werden. Bereits kurz nach seiner Priesterweihe am 19.3.1941 durch Weihbischof Augustinus Baumann in Paderborn wurde Pater Eberhard zum Wehrdienst einberufen und kam nach Rußland und Rumänien. Nach seiner Gefangenschaft (1944) kam er, gesundheitlich geschwächt, im September 1945 in die Heimat zurück. Nach seiner Promotion zum Doktor der Theologie an der Universität Münster war er von 1952 bis 1970 Magister der Novizen in Rietberg und Warendorf und als Dozent für Liturgie an der Hochschule der Franziskaner in Warendorf tätig. 1979 wurde er zum Guardian des Klosters in Dorsten berufen und kam 1983 nach Paderborn, wo er sich besonders in der Beichtseelsorge und in der Schwesternseelsorge einsetzte.

P. Cosmas Laumanns 
† 26. Januar 2010 in Sießen

Bruder Cosmas, geboren am 24.03.1937 in Bochum, verbrachte seine Kinder- und Jugendzeit in Bad Westernkotten/Lippstadt. Im Oktober 1963 trat er in den Franziskanerorden ein und verbrachte sein Noviziat in Rietberg. Es folgte das Theologiestudium in Münster, Paderborn und München. 1967 band er sich endgültig an den Franziskanerorden und wurde 1970 von Lorenz Kardinal Jäger in Werl zum Priester geweiht. Seine erste Stelle hatte er für drei Jahre in Warendorf als Submagister der Novizen. Von dort wurde er nach Hagen versetzt und lebte und wirkte in einem Lebens- und Seelsorgeteam im Hagen Haspe.

In dieser Zeit erwachte sein Gespür für die charismatische Gemeindeerneuerung, die künftig seine Pastoral und auch sein franziskanisches Leben sehr stark prägte. Einige Zeit verbrachte er im Evangelisationszentrum in Maihingen, bevor er seine Tätigkeit im Franziskushaus in Werl begann. Von hier ging Cosmas in unser Noviziatshaus in Attendorn. Er arbeitete in den seelsorglichen Aufgaben des Hauses mit und hielt  zahlreiche Exerzitienkurse und Gemeindemissionen.
1992 wechselte er auf den Hülfensberg, der für 14 Jahre seine Heimat wurde.

2006 wurde er als Guardian nach Warendorf berufen, wohl wissend, dass er der letzte Guardian dieses Klosters sein würde und dass in seiner Zeit dieses Kloster aufgelöst werden sollte. Mit Treue tat er auch diesen Dienst. Nach der Schließung des Warendorfer Klosters 2008 zog er ins Kloster  Dortmund um. Dort war ihm neben seiner Verkündigungstätigkeit die Mitsorge für die pflegebedürftigen Mitbrüder im Br. Jordan-Haus anvertraut. Als er sich im Januar 2010 zu einer Seelsorgevertretung in dem von ihm so geschätzten Kloster Sießen aufhielt, wurde er während eines Spaziergangs ganz plötzlich vom Tod ereilt. Im April dieses Jahres 2010 wollte er eigentlich eine neue Stelle in Bad Pyrmont im Haus „Maria Friedensthal“ als Hausgeistlicher antreten. Dazu kam es nicht mehr.  Bruder Tod führte ihn am 26. Januar 2010  ins ewige „Friedenstal“. Wir haben ihn auf dem Dortmunder Ostenfriedhof beigesetzt. 

P. Walter Boers 
† 19. Januar 2010 in Essen

Er wurde am 1910.1914 in Bisslich am Niederrhein geboren und trat am 08.05.1935 in den Franziskanerorden ein. Während seines Theologiestudiums wurde er 1940 in den Wehrdienst eingezogen. Während eines Heimaturlaubs legte er am 11.03.1943 seine Feierliche Profess ab und wurde im selben Jahr am 28.03.1943 zum Priester geweiht. Nach der Kriegsgefangenschaft war P. Walter für kurze Zeit in Mönchengladbach und Euskirchen, wo er das Theologiestudium beendete. Von dort wurde er 1947 nach Essen versetzt mit dem Auftrag, sich um die Jugendlichen zu kümmern. In dieser Aufgabe wirkte er mit großem Engagement. Von 1966 bis 1990 wirkte P. Walter als Beichtvater und Seelsorger im Kloster in der Friedrich-Ebert-Straße in Essen. 

Nach der Auflösung der Niederlassung in der Friedrich-Ebert-Straße betreute er bis 2004 das Altenheim Marienheim in Essen und arbeitete in der Beichtseelsorge in der Anbetungskirche in Essen. Aufgrund zunehmender körperlicher Gebrechlichkeit musste er diese Dienste aufgeben. In der Nacht vom 18. auf den 19.01.2010 verstarb P. Walter im Krankenhaus in Essen. P. Walter fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Neviges.

 

 

Totenbuch

 

Liste der seit Januar 2010 verstorbenen Brüder der Deutschen Franziskanerprovinz.

Unsere verstorbenen Brüder
und alle Ver­storbenen,
derer wir gedenken,
mögen leben in Gottes Frieden.